Bildungsrat fordert Sachlichkeit
Rote Karte für FDP-Kampagne

Dülmen. Normalerweise tagt der Bildungsrat nicht öffentlich. Doch nach der Kampagne des Bündnisses „Hauptsache Real bleiben“, angeführt von der Dülmener FDP, welche die Sekundarschule in Dülmen verhindern will, entschlossen sich alle übrigen Vertreter der Ratsfraktionen inklusive Bürgermeisterin Lisa Stremlau für einen öffentlichen Faktencheck.

Donnerstag, 08.06.2017, 18:40 Uhr

Bildungsrat fordert Sachlichkeit : Rote Karte für FDP-Kampagne
Kritisiert Behauptungen der FDP gegen die Sekundarschule als unzutreffend: Bürgermeisterin Lisa Stremlau. Foto: Michalak

„Es geht nicht, dass hier mit irreführenden Argumenten gearbeitet wird, die mit den Fakten überhaupt nichts mehr zu tun haben“, war der Bürgermeisterin besonders ein FDP-Flyer sauer aufgestoßen, der nach Überzeugung des Bildungsrats auf blanken Populismus setzt.

So wende sich die FDP gegen einen „zwangsweise“ verbindlichen Ganztag und setze mit den bestehenden Schulen auf „kleine, flexible Schulen“ gegenüber einer Schule mit rund 1000 Schülern, welche die FDP andernorts auch schon als „Monsterschule“ bezeichnet habe, wie sich Klaus Jahn von der SPD erinnert.

„Der gebundene Ganztag ist nur an drei Tagen geplant, somit bleibt der wichtige Freitag den Schülern nachmittags weiter erhalten“, versichert Fachbereichsleiter Klaus Rickert.

„Die Schülerzahl an einer Schule hat doch überhaupt nichts mit deren Leistungsfähigkeit zu tun. Schauen Sie sich die Friedensschule in Münster an, dort gehen etwa 1500 Schüler hin, und sie ist überaus erfolgreich“, versuchte Stremlau die Rede von einer Monsterschule zu entkräften. Ohnehin sehe das Dülmener Konzept eine kleinteilige Betreuung der Schüler nach Jahrgangsstufen vor.

Auch die Behauptung, die Sekundarschule sei fast überall gescheitert, weist der Bildungsrat zurück.

Sekundarschulen seien vielmehr dort erfolgreich, wo diese nicht mit Gesamtschulen, die auch die Oberstufe anbieten, in Konkurrenz stünden.

Markus Brambrink (CDU) betonte, dass die Pläne kein politischer Schnellschuss seien. „Wir befassen uns seit mehreren Jahren mit Dülmens Schullandschaft, und wir sind überzeugt davon, dass die Sekundarschule die richtige Antwort für die Zukunft ist.“

Der Bildungsrat appelliert an alle Dülmener, ihre Entscheidung davon abhängig zu machen, welche Schullandschaft die Stadt Dülmen künftig anbieten soll. Populistische Gegenargumente und der Wille, es „denen da oben mal zu zeigen“, seien keine guten Gründe, gegen eine Sekundarschule zu stimmen, ergänzte Fritz Pietz. „Ich kenne persönlich Dülmener, die sich am Stand zur Unterschrift haben hinreißen lassen. Und die es inzwischen sehr bedauern.“

Kommt die Sekundarschule nicht, verpasst Dülmen die Chance, das Schulsystem zukunftsfähig zu machen. Davon ist der Dülmener Bildungsrat fest überzeugt.

Den ganzen Bericht bringt die Dülmener Zeitung am Freitag in Print und E-Paper.

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