Angst vor Abschiebung wohl kein Motiv
Bombendroher war geistig verwirrt

Dülmen. Nach dem Einsatz von Polizei, Feuerwehr und DRK in der Nacht zu Samstag am Bahnhof (DZ berichtete), zieht die Polizei eine positive Bilanz. „Wir sind von einem weiblichen Fahrgast auf die Bombendrohung aufmerksam gemacht worden und haben sofort reagiert. Die Zusammenarbeit mit der Bahn wie auch mit den Einsatzkräften in Dülmen, war ausgezeichnet“, versichert Polizeisprecher Ralf Storcks.

Montag, 10.10.2016, 18:00 Uhr

Angst vor Abschiebung wohl kein Motiv : Bombendroher war geistig verwirrt
Foto: Archiv

Der 31-jährige Afrikaner habe keine Geiseln genommen, sondern alle Passagiere aussteigen lassen. Er habe sich anschließend von den Beamten auch sofort widerstandslos festnehmen lassen.

„Für uns steht bei einem solchen Einsatz eindeutig die Sicherheit der Menschen im Vordergrund. Deshalb war auch schnell klar: Fahrgäste und die Bewohner in den Häusern der Eisenbahnstraße müssen vor einer möglichen Detonation geschützt werden“, erklärt Storcks den Großeinsatz mit Sprengstoffexperten der Bundespolizei.

Im Zug hätten junge Leute auf dem Weg nach Andalusien gesessen, die ihre Reise abbrechen mussten. „Das tut uns leid, war aber angesichts der Gefährdungslage nicht zu vermeiden“, berichtet Storcks weiter.

Das Motiv des afrikanischen Flüchtlings liegt weiterhin im Dunkeln. Als unwahrscheinlich gilt inzwischen, dass der Anschlag in Zusammenhang mit der drohenden Abschiebung stehen könnte. Derzeit wird der Mann, der zur Tatzeit offensichtlich geistig verwirrt war, in einer psychiatrischen Klinik betreut. Erst danach kann geklärt werden, ob das Straf- oder das Asylverfahren vorrangig geführt wird.

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