Rainer Brockmann geht
Lieber an einer „Schule für alle“

Dülmen. Was macht ein stellvertretender Schulleiter wenige Tage vor seinem Wechsel an eine andere Schule? „Das, was ich immer um diese Zeit mache - ich stelle den Plan für das zweite Halbjahr auf“, lacht Rainer Brockmann.

Donnerstag, 28.01.2016, 16:57 Uhr

Rainer Brockmann geht : Lieber an einer „Schule für alle“
Rainer Brockmann war 13 Jahre lang für Planung und Organisation des Schulbetriebes der Kardinal-von-Galen-Schule zuständig und für die Gestaltung des Schullebens. Foto: Claudia Marcy

Seit 2002 ist der Dülmener Konrektor an der Kardinal-von-Galen-Hauptschule „und 13 Jahre gehörte die Planung zu meinen Aufgaben“, berichtet er. Damit wird nicht gebrochen, auch dann nicht, wenn Brockmann selbst, der Sport und Musik an der Schule unterrichtet, in diesen Planungen gar nicht mehr vorkommt. Denn zum 1. Februar wechselt er als Rektor an die Martin-Luther-King-Gesamtschule nach Marl.

Warum der Weggang von der Hauptschule, deren Schulleben er maßgeblich mitgestaltet hat? Weil er sehe, dass es so nicht weitergehen kann, sagt Brockmann und kommt auf die Dinge zu sprechen, die nicht gut laufen in die Bildungslandschaft. Da sind etwa die „Bildungsabsteiger“ - Schüler, die von der Realschule an die Hauptschule wechseln müssen, und die sich als Verlierer fühlen, wenig motiviert sind, und die integriert werden müssen. Das dreigliedrige Schulsystem mit seiner frühen Entscheidung für einen Bildungsweg hält Brockmann für wenig geeignet, die gegenwärtigen Herausforderungen wie Inklusion oder Integration zu meistern. Er plädiert für eine „Schule für alle“, in der Kinder innerhalb des Klassenverbandes differenziert gefördert werden.
An seiner neuen Wirkungsstätte, der Gesamtschule in Marl, hat er dazu die Möglichkeit. Lieber aber, sagt Brockmann offen, hätte er dieses Ziel in seiner Heimatstadt Dülmen erreicht: Deshalb hat Brockmann im Arbeitskreis Sekundarschule zusammen mit den Kollegen von der Hermann-Leeser-Realschule an einem Konzept für die Sekundarschule in Dülmen gearbeitet. Er wollte für diese Schule zur Verfügung stehen, hatte es abgelehnt, als Nachfolger von Christa Lambeck die Leitung seiner Hauptschule zu übernehmen. „Ich habe Schulleiterfortbildungen gemacht und wäre für jede Funktion in Dülmen bereit gewesen“, sagt er. Als die Politik im Sommer 2015 jedoch mehrheitlich entschied, die Pläne für die Sekundarschule erst einmal auf Eis zu legen, „fiel meine Entscheidung die Schule zu verlassen“, sagt Brockmann.

Ausführlichere Berichterstattung in der Freitagsausgabe der DZ (Print und E-Paper).

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3766927?categorypath=%2F2%2F62%2F798625%2F819647%2F
Die aktuellen Nachrichten zur Corona-Entwicklung im Münsterland
Liveticker: Die aktuellen Nachrichten zur Corona-Entwicklung im Münsterland
Nachrichten-Ticker