Bezirksregierung stellt Frist für Notunterkunft in Aussicht
Amtshilfe bis Jahresende

Dülmen. Eine Frist, wann die Notaufnahme von Flüchtlingen in Dülmen wieder enden könnte, mochte die stellvertretende Regierungspräsidentin Dorothee Feller auf der Bürgerversammlung im Barbarahaus eigentlich nicht nennen. Dann tat sie es doch. „Wir hoffen, dass wir bis Jahresende so viele Einrichtungen für die Erstaufnahme geschaffen haben, dass die Notunterkunft in Dülmen wieder aufgegeben werden kann.“ Aus organisatorischen Gründen arbeite das Land lieber mit wenigen, größeren Aufnahmeeinrichtungen, als mit vielen kleinen.

Mittwoch, 12.08.2015, 19:15 Uhr

Bezirksregierung stellt Frist für Notunterkunft in Aussicht : Amtshilfe bis Jahresende
Die Sitzplätze im St-Barbara-Haus füllten sich bei der Informationsveranstaltung zur Flüchtlingsaufnahme rasch. Foto: Michalak

Rund 200 Dülmener, darunter viele Nachbarn der Dreifachturnhalle am CBG und der geplanten Notunterkunft am Osthoff, waren zu der damit restlos ausgebuchten Informationsveranstaltung zum Thema Flüchtlinge gekommen. Die Gesprächsatmosphäre war sachlich und konstruktiv, Bürgermeisterin Lisa Stremlau nutzte die Gelegenheit, um allen Helfern noch einmal für ihre Unterstützung zu danken: „Ich bin wirklich überwältigt davon, wie stark sich die Dülmener engagieren. Das gilt für die Hilfsorganisationen, die ökumenische Flüchtlingsinitiative, die Ärzteschaft, aber auch für ganz viele Menschen, die spontan ihre Hilfe angeboten und uns mit Spenden unterstützt haben. Dafür ein ganz großes Dankeschön.“

Die Dülmener seien sehr gut vernetzt und reagierten auch spontan auf Aufrufe im Internet. „Dank der großen Hilfsbereitschaft brauchen wir derzeit keine Sachspenden mehr.“

Christoph Schlütermann, Vorstand beim DRK Coesfeld, berichtete davon, dass er zunächst gezögert habe, Dülmen bei der Erstaufnahme von 150 Flüchtlingen zu unterstützen. „Es kamen jeden Tag neue Anfragen, und irgendwann kann man das dann ehrenamtlich nicht mehr stemmen.“ Daher sei das DRK dazu übergangen, die Betreuung mit hauptamtlichen Helfern zu leisten.

Die Fragen der Dülmener gingen häufig dahin, dass den Flüchtlingen neben der Versorgung und den Sprachkursen auch kulturelle Werte vermittelt werden müssten. Denn sie müssten sich an ihre neue Umgebung auch anpassen. „Wir leben an der Lehmkuhle, neben den Flüchtlingswohnungen, und wir schlafen keine Nacht mehr durch“, beklagte sich das Ehepaar Röhling über Lärmbelästigung. Die Stadt will sich darum kümmern.

Schlütermann versicherte, dass in den 25 Notunterkünften im Münsterland, die durch Sicherheitskräfte bewacht werden, die Hausordnung und Nachtruhe eingehalten werden. Deshalb sei nach dem Umzug der Gäste vom CBG an den Osthoff in drei Wochen nicht mit Problemen zu rechnen. „Auch der Nachbarschaft wird viel abverlangt, klar. Aber wir haben es hier mit stark traumatisierten Menschen zu tun, die unsere Hilfe dringend brauchen.“

Weitere Informationen von der Bürgerversammlung sowie zur Lage in den übrigen Notunterkünften, die vergangene Woche kurzfristig im Münsterland eingerichtet werden mussten, finden Sie in der DZ-Ausgabe von Donnerstag (Print und E-Paper).

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