Babysitter-Diplom
Spürsinn für die volle Windel

Dülmen. Warum sie sich für den Babysitter-Kurs angemeldet haben? „Ich mache den Kurs, weil ich mein Taschengeld aufbessern und das Babysitter-Diplom haben möchte“, erzählt Lina Bergjürgen. Freundin Katharina Thiehoff ist ebenfalls dabei. Genauso wie Vivien Nau, die im Sommerferienkalender von dem Angebot gelesen hat. Und Pia Brockmann berichtet: „Da ich in der Schule als Schwerpunkt Erziehung und Soziales habe, kenne ich die Theorie aus dem Fach Erziehungswissenschaften bereits. Ich mache gerne etwas mit Kindern und möchte damit etwas Geld verdienen und die Praxis näher kennenlernen.“

Montag, 10.08.2015, 18:07 Uhr

Babysitter-Diplom : Spürsinn für die volle Windel
Auf eine große Papierrolle schreibt die Vierergruppe um Pia Brockmann (2.v.r.) zu Beginn des Kurses, welche Eigenschaften für einen Babysitter wichtig sind. Foto: Johanna Frintrup

Lina, Katharina, Vivien und Pia gehören zu den zwölf jungen Mädchen ab 13 Jahren, die sich in der Familienbildungsstätte (FBS) zu Babysittern ausbilden lassen. „Zu der Betreuung eines Kindes gehört es, die Techniken der ersten Hilfe, das Wickeln, sowie altersgerechte Beschäftigungsmöglichkeiten zu beherrschen“, erläutert Ines Masthoff, Honorarkraft der FBS und Leiterin des Kurses. Die Sozialpädagogin nahm vor 23 Jahren bereits selbst an einem Babysitterkurs teil. Somit konnte sie Erfahrung als Teilnehmerin sammeln und nun auch als Lehrerin. Wobei sie gleich am Anfang gesteht: „Ich bin selbst auch ein bisschen aufgeregt, denn dies ist der erste Kurs, den ich leite.“

Zu Beginn schreiben die Mädchen in Vierergruppen auf, was einen guten Babysitter ihrer Meinung nach ausmacht. Geduld, Flexibilität, Hilfsbereitschaft und Herzlichkeit notieren die angehenden Babysitter. „Man sollte Gefühle zeigen können, damit das Kind weiß, was los ist“, ergänzt Masthoff.
Weiter geht es mit Kinderbüchern. Denn: „Auch das Vorlesen muss gelernt sein“, betont die Leiterin.

In den folgenden zwei Tagen stehen für die zwölf Mädchen zudem praktische Säuglingspflege (Masthoff: „Mit der Zeit entwickelt jeder einen volle-Windel-Spürsinn“), richtiger Umgang mit schwierigen Situationen und mögliche Gefahrenzonen auf dem Unterrichtsplan. Letztere lernen sie mithilfe des Spielplatztestes kennen. Dazu besichtigt die Gruppe verschiedene Spielplätze in Dülmen und diskutiert darüber, für welche Altersklassen die Anlage geeignet sei sowie von welchen Spielgeräten Gefahren ausgehen können.
Obwohl sieben von zwölf Mädchen bereits vor dem Kurs Übung im Babysitten hatten, betont Ines Masthoff: „Es ist nicht schlimm, wenn man noch keine Erfahrung mitbringt, denn die kann man sammeln. Die einzigen Eigenschaften, die man braucht, sind, dass man mindestens dreizehn Jahre alt ist und Spaß an Kindern hat“. Die meisten Teilnehmerinnen, so beispielsweise auch Lina Bergjürgen, haben vor dem Kurs nur auf kleinere Kinder aus ihrer Verwandtschaft aufgepasst.
Was die Mädchen in den insgesamt drei Tagen lernen, wird am Ende bei einem Test abgefragt. Wer den besteht, bekommt ein Babysitter-Diplom, mit dem sie sich anschließend um eine Stelle bewerben können. Dieses Diplom sei gerne gesehen, vor allem, wenn man als Au-pair ins Ausland gehen möchte, so Masthoff. Weiter unterstützt die FBS die Teilnehmerinnen nach dem bestandenen Kurs dabei, einen Job als Babysitter in Dülmen zu finden.

Auch Lina Bergjürgen hofft, über die FBS einen Job als Babysitterin zu bekommen. Außerdem will sie Aushänge in Kindergärten machen. Die 14-Jährige ist voller Tatendrang, der Kurs war für sie ein Erfolg. „Im Nachhinein haben mir die kreativen Aufgaben, wie das Fingerfarbemalen oder das Seifenblasenherstellen, am meisten Spaß gemacht“, berichtet Lina begeistert. „Der Kurs hat mir Sicherheit im Umgang mit Babys gegeben.“

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