Viel Hilfe beim Einrichten der Notunterkunft
150 Betten in 48 Stunden

Dülmen. Rund zwei Stunden vor Ankunft der Flüchtlinge. Die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm herrscht in der Dreifachturnhalle des Schulzentrums. Teppich bedeckt den Boden. In den aus Brandschutzgründen breiten Gängen stehen zahlreiche Spender mit Desinfektionsmittel. Zwei Verwaltungsmitarbeiter sind gerade dabei, die 25 Abteile mit durchschnittlich sechs Betten zu nummerieren. Auf jedem Feldlager liegen Einmaldecke und -kopfkissen, außerdem erhält jeder Flüchtling ein Hygienepaket. Im Kabinentrakt werden an Duschen und Umkleiden Piktogramme angebracht, ebenso wie mehrsprachige Hinweisschilder. Zwei Duschräume für Frauen, zwei für Männer, ein fünfter steht bereit, falls Flüchtlinge in Quarantäne müssen - das ist der Plan.

Freitag, 07.08.2015, 18:45 Uhr

Viel Hilfe beim Einrichten der Notunterkunft : 150 Betten in 48 Stunden
In 25 Schlafbereiche ist die Dreifachturnhalle des Schulzentrums aufgeteilt worden. Foto: Kerstan

Mit „unglaublichem Engagement“, lobt Bürgermeisterin Lisa Stremlau, sind die beiden Turnhallen am Schulzentrum in rund 48 Stunden in eine Notunterkunft für 150 Flüchtlinge, die gestern Abend anreisten, umgewandelt worden. Das DRK aus Dülmen und Buldern hätten ebenso mitgeholfen wie THW, Feuerwehr, Bauhof und Verwaltungsmitarbeiter, bedankt sich Stremlau.

Gemeinsam mit Stadtsprecherin Nina Wischeloh und der Dülmener Flüchtlingsbeauftragen Barbara Wewers-Fadder erläutert die Bürgermeisterin die Abläufe am Ankunftsabend. Die Flüchtlinge werden zunächst mit Getränken versorgt, dann gibt es eine erste Registrierung. „Wir gucken, welche Papiere schon da sind“, erläutert Dirk Meerkamp von der Stadtverwaltung. Parallel werden Akten angelegt. Es folgt eine grobe Kontrolle des Gepäcks, ebenso wird geprüft, ob und wenn ja welche Medikamente jemand dabei hat. Im Anschluss erhält jeder Flüchtling Taschengeld für eine Woche.

Dem schließt sich in zwei Behandlungsräumen eine ärztliche Untersuchung an. Mediziner stelle einerseits die Bezirksregierung, andererseits kommt Hilfe von Krankenhaus und Dülmener Ärzteschaft, berichtet Stremlau. Bis Mittwoch sollen zudem alle Flüchtlinge geröntgt werden, um Tuberkolose auszuschließen.

Am Freitagabend erhielten alle Ankömmlinge zunächst ein Lunchpaket, ab heute läuft die Essensausgabe. Die ist, ebenso wie ein Lager, in der Zweifachhalle untergebracht. Ums Frühstück und Abendessen kümmert sich die Bäckerei Böckmann, das Mittagsessen kommt von Böinghoff. Für Essensausgabe und Betreuung der Flüchtlinge sei Personal eingestellt worden, berichten Stremlau und Wischeloh, ebenso wie für die Leitung der Notunterkunft. 24 Stunden am Tag ist zudem ein Sicherheitsdienst vor Ort, stundenweise zudem ein Arzt, mindestens zweimal täglich wird die Polizei vorbeikommen.

Mit Blick auf die Anfragen von Bürgern, die ihre Unterstützung angeboten haben, erläutert Nina Wischeloh, dass zunächst geguckt werden müsse, was überhaupt gebraucht werde. „Wir müssen erst einmal Struktur schaffen. Für die Erstversorgung haben wir einen Grundstock.“ Mitte nächster Woche könnte konkret gesagt werden, ob und was etwa bei Kleidung fehle.

Eine Bürgerinfo zur Flüchtlingssituation in Dülmen findet am Dienstag, 11. August, um 19 Uhr im St.-Barbara-Haus statt. Weitere Berichte zum Thema Flüchtlinge in Dülmen finden Sie in der DZ-Ausgabe von Samstag (Print und E-Paper).

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