Wahlkampf gewinnt an Schärfe / FDP unterstützt Leushacke
Zankapfel Sekundarschule

Dülmen. „Ideologisch motiviert“, „Wahlkampftaktik“, „Klientel-Politik“. Es ging hoch her, als die Stadtverordneten über einen Antrag der FDP diskutierten. Die Liberalen forderten darin die Stadt auf, zum Sommer 2017 ein schulpolitisches Konzept zu erarbeiten, um den Prozess zur Weiterentwicklung des Schulstandortes Dülmen, inklusive Nachfolgenutzung bereits oder perspektivisch aufzugebende Schulgebäude, sowohl schul- als auch finanzpolitisch auf den Weg zu bringen. Die CDU stimmte dem Antrag zu - die FDP unterstützt nun den CDU-Bürgermeisterkandidat Clemens A. Leushacke

Freitag, 26.06.2015, 18:12 Uhr

Wahlkampf gewinnt an Schärfe / FDP unterstützt Leushacke : Zankapfel Sekundarschule
Der Kampf um den Stuhl des Bürgermeisters hat in Dülmen an Schärfe zugenommen. Foto: Michalak

Bisher stimmten bis auf die FDP alle politischen Parteien darin überein, dass die Sekundarschule kommen soll. Doch die CDU folgte dem Antrag der FDP-Fraktion (DZ berichtete) und setzte ihn damit gegen die Stimmen der SPD, Grünen und Linken durch. Vehement versuchte Bürgermeisterin Lisa Stremlau, die Festsetzung auf 2017 zu verhindern.
„Wir wollen bewährte Strukturen erhalten und Ruhe in die Schullandschaft bringen“, begründete Christian Wohlgemuth (FDP) den Antrag. Ralf Schmidt (FDP) ergänzte, dass man die Erfahrungen mit dem System Sekundarschule bis 2017 beobachten wolle. Die CDU stehe zur Sekundarschule, wolle diese aber mit Bedacht angehen, begründete Willi Wessels die Unterstützung der Liberalen. Stremlau wehrte sich gegen den Vorwurf, die Einführung schnellstmöglich herbeiführen zu wollen. Derzeit arbeite die Stadt an einem Konzept für die Nachnutzung der Schulgebäude. Sie könne aber keinen Termin nennen, wann dieses fertig sei und der Politik vorgestellt würde. Auch finanzpolitisch müsse die Sekundarschule zu verantworten sein. Aus ihrem Wunsch machte Stremlau aber keinen Hehl: „Ich will die Sekundarschule!“
Olaf Schlief (SPD) nannte die Entscheidung eine „schulpolitische Katastrophe“. „Eine Vertagung ist noch schlechter als eine Ablehnung“, sagte Schlief.
Darin erkannte Wessels den Ansatz der SPD, alles schnell auf den Weg bringen zu wollen. Detlev Rathke (Grüne) hegte den Verdacht, dass es keinen Beschluss vor der Bürgermeisterwahl geben solle. Klaus Jahn (SPD) warf Wohlgemuth und Schmidt (beide Realschullehrer) „Klientel-Politik“ vor. Wolfgang Müller suchte den Kompromiss, der Antrag solle nicht „zum Sommer 2017“, sondern „bis zum Sommer 2017“ lauten.
Stremlau warnte vor Stillstand und einem Motivationsverlust für den Arbeitskreis Sekundarschule. Anke Pohlschmidt (SPD) wollte zwar nicht von Stillstand, aber von einer „Bremse“ sprechen. Stillstand konnte Wessels jedoch nicht ausmachen. „Die Planungen laufen selbstverständlich weiter“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende. Stremlau appellierte an alle, zum Schluss alle außer der FDP, die 2017 aus dem Beschluss herauszulassen. Dagegen wehrte sich Wohlgemuth: „Wir sind für die Haltung zur Sekundarschule kritisiert worden. Jetzt bewegen wir uns einen Schritt auf Sie zu, und Sie unterstellen uns ein totales Nein.“

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