Ein Dutzend Investoren sollen an der Manufaktur interessiert sein
Wiesmann-Zulieferer sind zum Verzicht bereit

Dülmen. Der Sportwagenhersteller Wiesmann ist in ernster finanzieller Not. Millionen Euro Außenstände bei den Zulieferern sowie noch einmal ein zweistelliger Millionenbetrag bei den Banken haben dafür gesorgt, dass der Produktionsmotor zuletzt arg ins Stottern geraten ist.

Mittwoch, 28.08.2013, 18:00 Uhr

Ein Dutzend Investoren sollen an der Manufaktur interessiert sein : Wiesmann-Zulieferer sind zum Verzicht bereit

Trotz der unbezahlten Rechnungen hoffen die Lieferanten, dass es in Dülmen mit dem Insolvenzverwalter Norbert Küpper, der das operative Geschäft übernommen hat, wieder nach vorne geht.
„Es gibt etwa ein Dutzend ernsthaft interessierter Investoren, und deshalb sind wir auch zu 99 Prozent sicher, dass es für Wiesmann weitergeht, und dass die Produktion bald wieder anläuft“, berichten Insider, die nicht genannt werden wollen, im DZ-Gespräch.
Es komme allerdings darauf an, dass der Betrieb in Zukunft wieder wie eine Manufaktur geführt werde, die einzigartige Sportwagen für Individualisten anbietet, und nicht wie ein anonymer Großkonzern.
Die Zulieferer rechnen damit, dass sie auf einen Großteil ihrer Forderungen werden verzichten müssen, aber die meisten mittelständischen Unternehmen scheinen bereit dazu. „Wenn ein tragfähiges Konzept entwickelt wird, das die Lieferanten überzeugt, dann werden diese auch zu Zugeständnissen bereit sein“, erklärt ein Wiesmann-Kenner.
Dass die Automarke mit dem Gecko ein wichtiger Imageträger für die Stadt ist, beweist das Engagement von Bürgermeisterin Lisa Stremlau. Nachdem sie mit dem Insolvenzberater Kontakt aufgenommen hatte, besuchte sie am Mittwoch die Manufaktur mit Wirtschaftsförderer Jürgen Heilken, um sich mit Vertretern des Betriebsrates über die aktuelle Situation auszutauschen.
„Wir sind sehr dankbar, dass sich die Bürgermeisterin die Zeit für einen Besuch genommen und ihre Solidarität mit der Belegschaft zum Ausdruck gebracht hat“, betont Markus Stevermüer, Betriebsratsvorsitzender. „Über ihre aufmunternden Worte haben wir uns sehr gefreut.“ Das Insolvenzgeld könne nun bald an die etwa 110 Mitarbeiter fließen, die Verhandlungen mit der vorfinanzierenden Commerzbank seien abgeschlossen. Die Zinslast werde nicht an die Belegschaft durchgereicht.
Sie habe den Eindruck gewonnen, dass die Beschäftigten zuversichtlich in die Zukunft schauen, fasst Stremlau ihre Eindrücke zusammen. „Wiesmann ist nicht nur ein wirtschaftliches Aushängeschild für die Region, sondern ein bedeutender Arbeitgeber“, erklärte sie.

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