Aktuelle Hochwasserkatastrophe löst Erinnerungen an das Jahr 2004 aus
Banger Blick aus Hiddingsel

Hiddingsel. Die aktuellen Berichte über Hochwasserfluten in Bayern, Thüringen und Sachsen, lassen Dieter Kohl wieder an das Jahr 2004 denken, als das Wasser 20 Zentimeter hoch in seinem Haus in Hiddingsel stand. Ganz in der Nähe, in der Hiddostraße, steht seit geraumer Zeit ein langer Bauzaun direkt am Ufer des Kleuterbaches. Doch außer dass dort einige Bäume und Sträucher gestutzt worden sind, ist bislang an Baumaßnahmen nichts geschehen.

Montag, 10.06.2013, 18:10 Uhr

Aktuelle Hochwasserkatastrophe löst Erinnerungen an das Jahr 2004 aus : Banger Blick aus Hiddingsel
Ein Bauzaun schützt den Zugang zum Kleuterbach in Hiddingsel. Bald sollen hier Schutzwälle aus Beton angelegt werden, die Stadt Dülmen will in Hiddingsel den Hochwasserschutz mit ökologischen Maßnahmen verknüpfen. Foto: Michalak

„Wir haben den Bauzaun dort aufgestellt, weil sonst der freie Zugang zum Kleuterbach zu gefährlich geworden wäre“, erläutert Stefanie Löhn von der Pressestelle der Stadt Dülmen. Die Stadt habe Probebohrungen im Uferbereich veranlasst, um die geplanten Schutzmaßnahmen vorzubereiten. Hierfür mussten Bäume gefällt und Sträucher abgeschnitten werden.

Sie versichert: „Wir sind zuversichtlich, dass wir noch in diesem Sommer auch mit den eigentlichen Hochwasserschutzmaßnahmen in Hiddingsel beginnen können. Die schriftliche Zusage der Bezirksregierung in Münster haben wir für unser Konzept bereits erhalten.“

Allerdings fehlen für den letztendlichen Bewilligungsbescheid der Fördergelder noch Klärungen im Detail. „Aber auch daran arbeiten wir zurzeit mit Hochdruck.“ Die Sorge, dass Hiddingsel nun im Katastrophenfall durch Wassermassen aus Buldern, wo bereits viel zum Hochwasserschutz umgesetzt wurde, stärker bedroht sei, sei unbegründet. Immerhin könnten ja, so meinen einige Hiddingseler, die neuen Bulderner Schutzwälle das Wasser in den Kleuterbach drängen, von wo es dann geballt nach Hiddingsel strömen würde. „Ganz im Gegenteil sind auch die Maßnahmen in Buldern bereits erste Schutzmaßnahmen für Hiddingsel“, beteuert Löhn. Schließlich würden durch die Absenkung eines Deiches große Wassermassen aus dem Kleuterbach künftig in den Samsonsee abgeführt. Dieser könne bis zu 150.000 Kubikmeter zusätzliches Wasser aufnehmen.

Insgesamt ist in Hiddingsel der Bau einer neuen Brücke, die Versetzung und Anhebung der Frauenschemmbrücke sowie die Errichtung von Betonschutzwällen zwischen Umflut und Kirchgassenbrücke geplant. Die Umflut soll außerdem verbreitert werden. Letztere Maßnahme gehört zu der in der EU-Wasserrichtlinie geforderten ökologischen Strukturverbesserung. Die Bezirksregierung erwartet bei den Hochwasserschutzmaßnahmen auch eine Verbesserung für die ortsansässige Flora und Fauna.

Die Stadt Dülmen hofft, dass die Bezirksregierung das Gesamtpaket in Hiddingsel inklusive Schutz und Strukturverbesserung mit bis zu 80 Prozent bezuschusst. 650.000 Euro sind im städtischen Haushalt für Hochwasserschutz eingeplant.

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