Wildpferdefang und Showprogramm erstmals ganz im Internet zu sehen
Ohne Ticket live beim Herzog

Merfeld. Bereits zum 107. Mal findet der jährliche Wildpferdefang Ende Mai in der Wildpferdebahn des Herzogs von Croÿ im Merfelder Bruch statt. Die Veranstalter setzen wieder auf Tradition.

Mittwoch, 08.05.2013, 17:47 Uhr

Wer für den 25. Mai keine Karten für den Wildpferdefang hat, kann den Einlauf der Herde und das Fangen erstmals im Internet-TV verfolgen.
Wer für den 25. Mai keine Karten für den Wildpferdefang hat, kann den Einlauf der Herde und das Fangen erstmals im Internet-TV verfolgen. Foto: Kerstan

 So gibt es vor dem eigentlichen Fangen das gewohnte Schauprogramm. „Wir haben natürlich wechselnde Gruppen. Was es in diesem Jahr genau zu sehen gibt, wird noch nicht verraten“, sagt Alfons Voß von der herzoglichen Verwaltung.

Neu in diesem Jahr ist aber, dass erstmals der gesamte Tag in der Wildbahn live im Internet-Fernsehen zu sehen sein wird. Detlef Sauerborn aus dem sauerländischen Halver wird mit insgesamt vier Kameraleuten vor Ort sein, um das Treiben in der Arena im Bild einzufangen. „Das wird eine echte Herausforderung“, sagt der Journalist. Denn: Im Merfelder Bruch gibt es keinen Strom „und auch der Mobilfunk-Empfang ist sehr schwach.“ Daher setzt Sauerborn auf Satellitenübertragung, den Strom will er mit einem entsprechenden Generator selbst erzeugen. „Unser Vorteil. Internet-TV ist weltweit abrufbar. Und so kann auch jemand, der keine Eintrittskarte für den Wildpferdefang mehr bekommen hat, noch live dabei sein.“

4,90 Euro kostet die gut vierstündige Übertragung. Eine Anmeldung auf der Internetseite von Detlef Sauerborn ist erforderlich. „Anders als beim normalen Satelliten-Fernsehen ist beim Internet-TV der Datentransfer und die Serverauslastung entscheidend.“ Daher sei die Zuschauerzahl bei dem Livestream begrenzt, eine Anmeldung aber theoretisch bis wenige Minuten vor dem Event möglich. „Bislang haben sich nur Frauen angemeldet“, sagt Sauerborn, der allerdings nicht mitteilen wollte, wie viele Plätze es insgesamt geben kann.

Dass das Interesse an der Veranstaltung nach wie vor sehr hoch ist, belegt die Tatsache, dass Alfons Voß von der herzoglichen Verwaltung bereits seit gut vier Monaten keine Karten mehr für den Wildpferdefang anbieten kann. „Wir sind absolut ausverkauft“, sagt der für die Wildbahn zuständige Mitarbeiter. Wer Ende Mai 2014 einmal vor Ort dabei sein möchte „muss sich Ende August, Anfang September um die Karten bei uns bemühen“, so Voß.

Erst am Montag hat Frederike Rövekamp, die zuständige Försterin, noch eine Geburt bei den Wildpferden im Merfelder Bruch beobachten können. „Der Herde geht es gut“, steht aus ihrer Sicht einem Fangen Ende Mai nichts im Wege. „Die Fohlen dürften jetzt eigentlich alle da sein.“ Es gebe zahlreiche groß-gewachsene Fohlen (Rövekamp: „Ich hatte schon mal gedacht, dass wir im vergangenen Jahr einen Hengst vergessen haben“), aber auch schwächere Nachzügler.

Doch wie viele einjährige Hengste genau von den Fängern, darunter zwei Neulinge, aus der Herde geholt werden müssen, sei noch nicht klar. „Ich gehe davon aus, dass es wieder zwischen 30 und 40 Tiere sein werden“, so Rövekamp. Doch genau sagen könne sie das im Moment noch nicht, „weil wir immer erst unmittelbar vor dem Wildpferdefang die Zählung durchführen.“ Auch das habe bereits eine lange Tradition bei der Vorbereitung des Wildpferdefangs.

www.wildpferde.tv
www.wildpferde.de

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