Infoabend zur Erich-Kästner-Schule
Angst vor dem plötzlichen Aus

Buldern. „Wenn ich das damals gewusst hätte, dann hätte ich meine Tochter hier gar nicht mehr angemeldet“, empört sich ein Vater darüber, dass ihm niemand gesagt habe, wie nah das Ende für die Erich-Kästner-Hauptschule bereits im vergangenen Jahr gewesen sei. „Aber dass schon im vergangenen Schuljahr die Eingangsklasse nur noch per Ausnahmegenehmigung starten konnte, das haben Sie doch alle gewusst“, wehrte sich Bürgermeisterin Lisa Stremlau gegen den Vorwurf mangelnder Transparenz. „Nein“, kam es von den wenigen Eltern, die der Einladung zum Infoabend in der Schulaula gefolgt waren, zurück.

Freitag, 03.05.2013, 17:48 Uhr

Zur Zukunft der Erich-Kästner-Schule informierten (v.l.) Hans-Dieter Göntgens vom Schulamt, Bürgermeisterin Lisa Stremlau, Schulleiter Udo Mannefeld und Annette Holtrup, stellvertretende Vorsitzende im Schulausschuss.
Zur Zukunft der Erich-Kästner-Schule informierten (v.l.) Hans-Dieter Göntgens vom Schulamt, Bürgermeisterin Lisa Stremlau, Schulleiter Udo Mannefeld und Annette Holtrup, stellvertretende Vorsitzende im Schulausschuss. Foto: Michalak

Jetzt werden die guten Lehrer Reißaus nehmen, die Fächer immer lückenhafter unterrichtet werden können, und die einst so erfolgreiche Hauptschule sich allmählich zu einer Geisterschule entwickeln, lauteten die größten Sorgen der Mütter und Väter im Auditorium. „Wenn die Heizung kaputt geht, dann wird doch hier das Licht ausgemacht“, mutmaßte ein Vater.

Nichts davon sei zu befürchten, erklärten Schulleiter Udo Mannfeld und Bürgermeisterin Lisa Stremlau unisono. Mannfeld: „Es geht ja auch der Bezirksregierung um eine auslaufende Schließung. Auch dort sind Pädagogen beschäftigt, die die schulische Zukunft Ihrer Kinder in den Mittelpunkt stellen“, warb Mannefeld dafür, ab sofort gemeinsam für die verbleibende schulische Zukunft in Buldern zu kämpfen. „Wir wollen, dass an dieser Schule möglichst lange unterrichtet werden kann, und wir werden die Schule nicht aus finanziellen Gründen vorzeitig schließen“, versicherte auch Lisa Stremlau, die als Lehrerin an der Johann-Gutenberg-Schule bereits eine Schulschließung hautnah erlebt hatte. Die Antwort, ob es zwei, drei oder vier Jahre weiter gehe, konnte das Podium indes nicht beantworten.

Applaus aus der Elternschaft erntete Klassenlehrerin Irmgard Wüseke, welche die Klasse 5 im vergangenen Jahr übernommen hatte. „Ich habe die feste Absicht, meine Klasse bis zum Schulabschluss weiter zu begleiten“, versicherte sie. Am Ende überwog die Zuversicht, dass für alle derzeit in Buldern unterrichteten Hauptschüler eine gute Lösung gefunden werden kann. Auch weil Klaus Jahn von seinen - in dieser Hinsicht positiven - Erfahrungen mit Hauptschulschließungen aus dem Ruhrgebiet berichtete. Stremlau versprach, zum nächsten Infoabend einen Mitarbeiter der Schulaufsicht mitzubringen. Für den ersten Termin hatte noch niemand aus Münster Zeit gefunden.

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