Dülmen
Bendix-Gelände: Entwicklung abgeschlossen

Mittwoch, 07.04.2010, 00:00 Uhr

Stadtbaurat Clemens Leushacke informierte die Teilnehmer am "Tag der älteren Generation" über die Entwicklung des Bendix-Geländes. (Jürgen Primus)

Dülmen. Es war die größte Städtebaumaßnahme in Dülmen seit dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg. „Und die Entwicklung des ehemaligen Bendix-Geländes ist nunmehr abgeschlossen. Die letzten und damit alle Grundstücke sind verkauft, derzeit entstehen noch vier Stadtvillen“, berichtete Stadtbaurat Clemens Leushacke am Mittwoch vor über 100 Senioren im Forum Bendix beim dritten „Tag der älteren Generation“. Anschaulich umriss der Baudezernent Dülmens noch einmal die Geschichte des ehemaligen Spinnereigeländes, zeigte alte Fotos, erzählte viele Anekdoten. „Das war richtig toll und lebendig, nicht nur viele Zahlenkolonnen aneinander gereiht“, freute sich Horst Traud, einer der Besucher. Leushacke berichtete davon, dass es Pläne gab, auf dem Gelände fünf- bis siebengeschossige Stadtvillen zu errichten. „Aus heutiger Sicht muss man sagen: Gott sei Dank ist das anders gekommen.“ Dabei gebe es in den Akten sogar rechtsverbindliche Bauanträge aus der Zeit. Die ersten Entwürfe für das heutige AvD-Gymnasium habe Hochbauamtsleiter Paul Rottbeck auf Butterbrotpapier gemacht. „Und in der Politik herrschte eine nicht selbstverständliche Einigkeit, dass das eine große Chance für Dülmen ist.“ Allein das Schulgebäude sei für rund 29 Millionen Euro umgebaut worden. „Die Gesamtinvestitionen für das Bendix-Gelände belaufen sich auf 75 bis 80 Millionen Euro.“ Da es sich nicht nur um öffentliche Gelder handele, könne das nicht genau gesagt werden. „Viel Geld ist in die lokale und regionale Wirtschaft geflossen, hat somit den Standort gestärkt.“ Die Senioren nutzten die Gelegenheit, um sich das Gelände bei einem Rundgang anzuschauen. „Das müsste man viel öfter machen. Ich habe Ecken entdeckt, die ich vorher noch nicht gesehen hatte“, gestand ein rüstiger Rentner. Die Teilnehmer am „Tag der älteren Generation“, der am ersten April des Jahres gefeiert wird, inspizierten auch die Räumlichkeiten des Haushaltsservices von „Anti Rost“ sowie die Jugendkeller. Stadtbaurat Leushacke räumte bei dem Rundgang ein, dass nicht alle historischen Bauwerke auf dem Gelände gerettet werden konnten. „Der Kamin zum Beispiel wäre beim ersten Sturm umgefallen, weil er nur durch sein Eigengewicht gehalten wurde. Den Mörtel konnte man mit bloßen Händen zwischen den Steinen wegkratzen.“ Aus Sicht von Leushacke fehle nur noch das „Sahnehäubchen“ auf dem Bendix-Gelände: „Wenn wir noch eine Skulptur hätten, die an den ehemaligen Turm erinnert, dann wäre alles perfekt. Die Skulptur könnte in der Nähe stehen, wo früher der Turm gestanden hat.“

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