Bewegte Zeiten für Hildebrand


Hinterließ beim Lehrgang in Schwerin einen guten Eindruck und darf ab Donnerstag in Berlin erneut vorspielen: Münsters Mittelblockerin Lea Hildebrand. Foto:
Hinterließ beim Lehrgang in Schwerin einen guten Eindruck und darf ab Donnerstag in Berlin erneut vorspielen: Münsters Mittelblockerin Lea Hildebrand. Foto:
(Jürgen Peperhowe)


Münster - Es läuft gut in diesen Tagen für Lea Hildebrand. Anfang vergangener Woche bestand sie die Abschlussprüfung zur Kauffrau für Versicherungen und Finanzen. Direkt im Anschluss nahm die talentierte Volleyballerin in Schwerin erstmalig an einem Lehrgang der Nationalmannschaft teil. Und das Beste: Die Blondine aus den Reihen des USC Münster darf wiederkommen. Am Donnerstag erwartet Bundestrainer Giovanni Guidetti seine Auserwählten zu einem 14-tägigen Lehrgang in Berlin. Zuvor feiert Hildebrand heute noch ihren 22. Geburtstag. Wahrlich bewegte Zeiten für die junge Münsteranerin.

Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis Hildebrand ihr erstes Länderspiel bestreitet. Guidetti war jedenfalls zufrieden mit dem Debüt der Mittelblockerin. „Am Ende der Zeit in Schwerin hatten wir ein Einzelgespräch. Da hat er natürlich auch jene Punkte angesprochen, die ihm nicht so gut gefallen haben. Das war völlig in Ordnung. Ich weiß ja selbst, dass ich weiter an mir arbeiten muss. Es ist ein ziemlich gutes Gefühl, dass ich jetzt auch in Berlin dabei bin.“


Etwa 30 Spielerinnen hat der Bundestrainer in die Hauptstadt eingeladen. Zwölf von ihnen bleiben nur ein paar Tage und reisen dann zu einem Mehr-Nationen-Turnier nach Ekaterinenburg (Russland). Hildebrand zählt nicht zu diesem Tross. Sie verbringt die volle Zeit in Berlin. Und will sich dort für die nächste große Aufgabe der Nationalmannschaft empfehlen. Die führt vom 15. bis 26. Juli nach Brasilien. „Wenn ich dorthin mitfahren könnte: Das wäre wirklich ein Traum.“

Hildebrands Chancen, dies zu schaffen, sind nicht einmal schlecht. Denn in Corinna Ssuschke und Berrit Kauffeldt sind zwei in der Regel gesetzte Mittelblockerinnen zur Zeit verletzt. Für die Südamerika-Reise kommen beide definitiv nicht in Frage, Lea Hildebrand schon. Es ist nun an ihr, den Bundestrainer zu überzeugen, sie zu nominieren. Sie wäre seit sehr langer Zeit die erste Nationalspielerin mit wirklichen Wurzeln im USC Münster. Als Letzte schafften diesen großen Sprung Angelina Grün, Judith Sylvester, Judith Flemig und Zuspielerin Anja Krause.

Lea Hildebrand ist just dabei, die nächste Stufe auf der Karriere-Leiter zu erklimmen. USC-Trainer Axel Büring traut ihr den Sprung ins Nationalteam zu. „Wenn sie bissig und hungrig bleibt und nicht nachlässt, wird sie es schaffen.“ Die Spielerin selbst ist vom Gelingen fest überzeugt. „Die Tage in Schwerin haben richtig viel Spaß gemacht und ich habe dabei super viel gelernt. Nun werde ich in Berlin weiter an mir arbeiten. Dann wird es hoffentlich klappen.“

VON WILFRIED SPRENGER, MÜNSTER


28 · 06 · 10





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