Willi Geilmann gibt das Tempo vor 


Ulrike und Willi Geilmann mit einer der neuen Fahnen, die für das Hiddingseler Schützenfest, das am Samstag beginnt, genäht wurden.
Ulrike und Willi Geilmann mit einer der neuen Fahnen, die für das Hiddingseler Schützenfest, das am Samstag beginnt, genäht wurden.
(Foto: Jürgen Primus)


Hiddingsel. Willi Geilmann lehnt sich genüsslich in seinem Gartensessel zurück, zieht noch einmal am Zigarillo und hat ein leichtes Lächeln um die Mundwinkel. Die Ruhe vor dem Sturm.

Denn der 57-Jährige ist Generaloberst beim Allgemeinen Schützenverein Hiddingsel 1695 und damit der Chef des 25-köpfigen Offizierskorps. Wenn am Samstag die Feierlichkeiten beginnen, legt der ehemalige Bergmann seine schicke Uniform an - und gibt das Tempo vor. „Man macht seine Arbeit, dann ist es auch gut“, gibt sich Geilmann bescheiden, trotz der immens wichtigen Aufgabe.


Die meiste Arbeit erledigen er und seine Frau Ulrike bereits im Vorfeld des Schützenfest-Wochenendes. Handschuhe, Anstecknadeln, Krawatten und Hüte bestellen. „Ich bin auch der Zeugwart des Vereins“, sagt Geilmann, der handwerklich begabt ist und seine Fähigkeiten zum Wohl des Vereins immer wieder gerne einbringt. „Wir haben auch 180 Meter Fahnen neu genäht“, so Ulrike Geilmann, die ihren Willi bei der Arbeit tatkräftig unterstützt. „Und das zum Selbstkostenpreis.“ Seit dem Jubiläum 1995 gibt es Fähnchen über den Straßen. Hergestellt von den Eheleuten Geilmann. „Wir nehmen nicht irgendwelchen billigen Stoff, sondern fertigen diese aus Zeltplanen - das hält länger.“

Und als wenn das noch nicht genug ist, ist Willi Geilmann auch noch für die „Grillerei“ zuständig. „Wenn wir zum Beispiel unsere Fahrradtour durchführen, kümmere ich mich um die Leckereien.“ Am Ehrenmal hat Willi Geilmann die Bänke abgebaut, angestrichen und wieder aufgestellt.

Legendär ist mittlerweile der Offiziersabend der Hiddingseler Schützen, der - natürlich - bei Geilmanns im Keller stattfindet. „Dieses Jahr waren alle Offiziere anwesend. Das lässt sich niemand entgehen“, berichtet der 57-Jährige stolz. Der Abend werde auch genutzt, um das Für und Wider im Verein auszuloten, Verbesserungsvorschläge zu diskutieren.

Vor drei Jahren war Willi Geilmann zum Generaloberst befördert worden. Der ehemalige Bergmann, der 1980 nach Hiddingsel gezogen ist und 1981 Vereinsmitglied wurde, hat eine beachtenswerte Karriere im Offizierskorps hingelegt. „Nach meinem Königsschuss im Jahr 1991 bin ich 1993 Offizier geworden.“ Geilmann wurde gleich als Major verpflichtet.

Der Generaloberst achtet auf die Zeitabläufe, kümmert sich „um alles was sichtbar ist.“ Das Antreten, Einweisen und „den Überblick behalten.“ Geilmann kann aber auf ein funktionierendes Offizierskorps zurückgreifen. „Ich gebe zwar das Tempo vor, aber wenn ich nur stur befehlen würde, würde das nicht funktionieren.“

Für Vorstandsmitglied Ulrich Bomholt ist die Arbeit vom Ehepaar Geilmann nicht hoch genug zu bewerten. „Sie sind die treuen Seelen des Vereins.“ Der 57-Jährige hörts, lehnt sich wieder in seinem Gartenstuhl genüsslich zurück und lächelt dankbar und zufrieden.

VON JÜRGEN PRIMUS


22 · 06 · 10





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