„Fahrradkäfig“ für den Bahnhof


Nach den Plänen der Verwaltung soll der abschließbare „Fahrradkäfig“ auf der begrünten Mittelinsel an der Bahnhofsbuswende gebaut werden.Foto:
Nach den Plänen der Verwaltung soll der abschließbare „Fahrradkäfig“ auf der begrünten Mittelinsel an der Bahnhofsbuswende gebaut werden.Foto:
(sch)


Münster-Albachten - Alles eine Frage des Geldes: Grob geschätzt 240 000 Euro müssen her, dann können am Albachtener Bahnhof weitere abschließbare überdachte Abstellmöglichkeiten für Fahrräder geschaffen werden. Der Stadtverwaltung schwebt die Installation eines „Fahrradkäfigs“ mit elektronischem Zugangssystem vor. Doch es ist kein Geld vorhanden: „Aus finanziellen Gründen wurde die Realisierung bisher zurückgestellt“, heißt es in einer Stellungnahme des Stadtplanungsamts an die Bezirksvertretung West.

Bereits im vergangenen Jahr hatte es Anträge von CDU und SPD zur Verbesserung der Infrastruktur und der Parkplatz-Situation am Albachtener Schienenhaltepunkt gegeben. Akuten Handlungsbedarf für die Schaffung zusätzlicher Pkw-Stellflächen sieht die Verwaltung zum Verdruss beider Parteien nicht. Im Hinblick auf Fahrradabstellplätze möchte sie indes möglichst bald tätig werden.


Wer tagsüber den Albachtener Haltepunkt besucht, stellt schnell fest, dass viele Bahnkunden per Fahrrad anreisen und den Drahtesel nahe der Gleise parken. Zusätzliche Abstellmöglichkeiten könnten gut gebraucht werden. Denn die 15 betagten abschließbaren Fahrradboxen am Bahnhof sind allesamt vergeben, es gibt sogar eine Warteliste. Zudem sind 38 freie Fahrradständer vorhanden, die ebenfalls gut ausgelastet sind. Nicht jeder findet einen Ständer. Nach Ansicht des Stadtplanungsamts besteht deshalb „weiterer Bedarf“.

Um zusätzliche abschließbare Abstellmöglichkeiten für „Leezen“ zu schaffen, wurde bereits im Jahr 2007 ein überdachter „Fahrradkäfig“ mit rund 80 Stellplätzen konzipiert. Dieser soll nach den Vorstellungen der Verwaltung auf der begrünten Mittelinsel der Buswende angesiedelt werden. „Die Konzeption als ,Fahrradkäfig mit einem elektronischen Zugangssystem bietet einen entsprechenden Diebstahlschutz und eine flexible Nutzung für einen größeren Interessentenkreis“, legt das Planungsamt dar. Vergleichbare Abstellanlagen gibt es in einfacher Form - sprich mit Schlüsseln zum Abschließen - unter anderem bereits an den Bahnhöfen im Zentrum Nord, in Amelsbüren, Sprakel und in Hiltrup.

In Albachten soll, so Stephan Böhme vom städtischen Planungsamt, ein elektronisches Schließsystem eingesetzt werden. Statt eines Schlüssels werden „Keycards“ den Zugang zum „Fahrradkäfig“ ermöglichen. Die Besitzer sollen diese mit Guthaben aufladen können, was das Bezahlen für die Nutzung der Abstellmöglichkeit erleichtert. Laut Böhme ist noch in diesem Jahr am Bahnhof Häger ein Pilotprojekt geplant.

Nach Auskunft von Michael Stuckenholz vom städtischen Tiefbauamt dürfte die Errichtung des Albachtener „Fahrradkäfigs“ grob geschätzt mit Kosten von 180 000 bis 200 000 Euro zu Buche schlagen. Weitere 40 000 Euro würde das elek­tronische Zugangssystem kosten. Gespräche gebe es bereits mit den Stadtwerken, die Interesse signalisiert hätten, das System zu betreiben.

„Zur Stützung des Albachtener Schienenhaltepunkts und zur Befriedigung der Nachfrage von Bahnkunden nach diebstahlsicheren und wettergeschützten Fahrradabstellmöglichkeiten“ empfiehlt die Verwaltung, die Maßnahme zügig anzugehen. Sei die Finanzierung gesichert, so könne die Anlage „ab 2013 realisiert werden“. Als kostengünstige Lösung, um schnell weitere Abstellmöglichkeiten für „Leezen“ zu schaffen, sollen zunächst erst einmal zehn einfache Fahrradständer neu installiert werden.

Ob ab 2013 der „Fahrradkäfig“ folgt, muss sich erst noch zeigen: „Wenn der politische Wille da ist, kann man das Projekt in die Tat umsetzen“, sagt Stephan Böhme.

VON THOMAS SCHUBERT, MÜNSTER


01 · 02 · 12




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