Wasserleitungen frieren ein

Gefahr durch Kälte


Nicht nur freiliegende Rohre können einfrieren. Auch Leitungen in der Wand sind bei den derzeitigen Minusgraden bei ungenügender Heizung oder schlechter Isolierung in Gefahr. Foto:
Nicht nur freiliegende Rohre können einfrieren. Auch Leitungen in der Wand sind bei den derzeitigen Minusgraden bei ungenügender Heizung oder schlechter Isolierung in Gefahr. Foto:
(Daniela Bensch/Pixelio)


Westerkappeln - Des einen Leid, ist des anderen Freud. Irgendwie zumindest. Denn während viele gerade mit den niedrigen Temperaturen kämpfen, zieht so manche Branche auch ihre Vorteile aus den Minusgraden. Ein Grund: Einfrierende und platzende Wasserleitungen.

Auch bei dem Westerkappelner Familienunternehmen Schemmel und Kraus, einem der örtlichen Anbieter für Sanitär und Heizung, gingen in den vergangenen Tagen vermehrt Anrufe ein, in denen Hausbesitzer ob derartiger Schäden um Hilfe verlangten.


„Oft sind die Dachstühle nicht richtig isoliert“, sagt Anja Kraus. Ihr Mann Jörg Kraus: „Im Neubau passiert eher selten etwas, dafür umso häufiger bei alten Gebäuden.“ Dabei tut der plötzliche Wintereinbruch sein Übriges. „Das hat viele, die bereits auf Frühling eingestellt waren, überrascht“, sagt Jörg Kraus. Da komme es schon mal vor, dass vergessen wurde den Außenwasserhahn abzudrehen.

Doch auch für die Leitungen im Inneren kann die Kälte zum Problem werden. Entweder bei schlechter Isolierung oder aber wenn nur Teile des Gebäudes beheizt werden. Unbewohnte Teile eines Hauses bräuchten schließlich ebenfalls eine gewisse Grundtemperatur, sonst seien Schäden vorprogrammiert, so Kraus.

Scheu vor etwaigen Kosten ist dabei kein guter Ratgeber. Zwar werden Leitungsschäden für gewöhnlich durch Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung übernommen. Aber wenn das Wasser durch das ganze Haus laufe oder man plötzlich in Bad und Küche kein Wasser mehr habe, sei das ja wenig erfreulich, stellt Jörg Kraus nachdrücklich klar.

Auch die Provinzial Versicherung befürchtet bei angesagten Temperaturen bis minus 20 Grad, dass zahlreiche Wasserleitungen einfrieren und platzen und rät Gebäudeeigentümern, frühzeitig Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Der einfachste Tipp: heizen, heizen, heizen. Frieren dennoch Leitungen ein, sollten vor dem Auftauen zunächst die Zuleitungen abgesperrt werden. „Durch den Frost kann es nämlich bereits Brüche geben, die nach dem Auftauen zu einem Wasserschaden führen“, warnt Marianne Isermann von der Provinzial.

Einen Tipp, wie sich einige Schäden vermeiden lassen, hat auch Fachmann Jörg Kraus noch parat. Besteht nicht die Möglichkeit, die Leitungen komplett abzustellen, könne ein laufender Wasserhahn das Einfrieren der Leitungen verhindern. „Ein tropfender Wasserhahn reicht. Denn fließendes Wasser friert nicht ein“, sagt Kraus.

Stellt der Hausbesitzer aber trotz aller Vorsicht dann doch einen Schaden fest, muss er nicht unbedingt etwas falsch gemacht haben, denn: „Manche Schäden lassen sich gar nicht vermeiden“, so Jörg Kraus.



02 · 02 · 12





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