Johannes Frenzel feiert Goldenes Priesterjubiläum

Alt werden ist für ihn eine geistliche Aufgabe


Freut sich darauf, sein Goldenes Priesterjubiläum an alter Wirkungsstätte in Welbergen zu feiern: Johannes Frenzel.Foto: Martin
Freut sich darauf, sein Goldenes Priesterjubiläum an alter Wirkungsstätte in Welbergen zu feiern: Johannes Frenzel.Foto: Martin
(Fahlbusch)


Ochtrup - Er ist längst wieder in Ochtrup angekommen, sozusagen im Schatten von St. Lamberti auf der Mühlenstraße. Umso mehr freut sich Johannes Frenzel, dass er den Festgottesdienst zu seinem Goldenen Priesterjubiläum am Sonntag (5. Februar) um 10 Uhr in „seiner“ Pfarrkirche St. Dionysius in Welbergen feiern darf und kann. Da wirkte er als Pfarrer von 1996 bis 2010 und hat mit seiner ruhigen, zurückhaltenden Art viel bewegt.

Geboren wurde er am 15. März 1935 in Gelsenkirchen. „Deshalb bin und bleibe ich Schalker mit Haut, Haaren und Herz“, stellt er klar. Der Vater fiel noch spät im Zweiten Weltkrieg, die Mutter tat alles, um ihn und seine Schwester durchzubringen. Kein Zuckerschlecken. Das präge, mache aber auch für vieles dankbarer, hebt Frenzel hervor. Später, in Herten-Langenbochum, begegnete er einem Kaplan, der merkte, dass der Junge die Kurve kriegen musste. „Ich war kein Vorzeigeschüler, die Noten äußerst mäßig, Tendenz eher abwärts.“ Der Seelsorger sorgte mit dafür, dass Frenzel aufs Internat zu Franziskanern kam. Wenig später platzte dann der Knoten. Mit heißem Herzen dann das Studium der Theologie und Germanistik in Münster und München. In einer für die katholische Kirche aufwühlenden und spannenden Zeit. „Ich weiß noch, wie ich mit Kommilitonen auf dem Münchener Stachus stand und die Morgenzeitungen brachten in großen Lettern ,Papst ruft Konzil aus. Die Aufbruchstimmung war mit Händen zu greifen.“


Im Februar 1962 wurde Frenzel in Münster zum Priester geweiht. Im Oktober begann in Rom das II. Vatikanum. Selbstredend wollte der junge Geistliche diesen Schwung mit in seine erste Pfarrstelle in Warendorf nehmen. Dort entwickelte er deshalb ein theologisches Seminar zur Information der Laien - immer unter dem für Frenzel entscheidenden Punkt „Erneuerung der Kirche“. Aber bis heute gebe es da immer auch noch Enttäuschungen, Rückschritte, Zielverfehlungen. Später wurde er mit Religionsunterricht beauftragt. „Das lief wohl an, aber ich merkte, ich will das richtig machen.“ Also Zusatzausbildung, Referendariat und dann Geistlicher Rat für Theologie und Deutsch in der Schule.

Von 1977 bis 1995 war Frenzel Lehrer, beispielsweise am Ochtruper Gymnasium, und gleichzeitig Subsidiar in St. Marien. „Das war mir ganz wichtig, das Band zur aktiven Seelsorge weiterknüpfen zu können.“ Umso dankbarer war er, als er dann nach seiner schulischen Pensionierung Pfarrer in Welbergen werden durfte. Da warteten viele spannende Aufgaben.

Seit 2010 tut der emeritierte Pfarrer gerne, was er noch tun kann: die Krankenbesuche, die Seelsorge im Altenheim, die Unterstützung der Mitbrüder und Mitarbeiter der Pfarrgemeinde. „Gut, man ist halt älter, da gibt es Beeinträchtigungen, aber ich finde es wichtig, dass man diese neue Lebensphase - wie jede andere vorher - annimmt und versucht, sie gut auszufüllen. Für mich heißt das alt wer-den als geistliche Aufgabe“, sagt er und zeigt sein pfiffig-gewinnendes Lächeln.



03 · 02 · 12





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