Infoabend für Landwirte zur Wasserrahmen-Richtlinie

Im Horner Bach stimmt die Qualität


Gab Entwarnung für den Horner Bach: Rainer Kappelhoff. Er stellte Ochtruper und Metelener Landwirten die Auswirkungen der neuen Wasserrahmen-Richtlinie der Europäischen Union.Foto:
Gab Entwarnung für den Horner Bach: Rainer Kappelhoff. Er stellte Ochtruper und Metelener Landwirten die Auswirkungen der neuen Wasserrahmen-Richtlinie der Europäischen Union.Foto:
(Rupert Joemann)


Ochtrup/Metelen - Die biologische Qualität des Horner Bachs ist gut. Das ist das Fazit eines Informationsabends für Ochtruper und Metelener Landwirte mit Rainer Kappelhoff vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV) am Dienstagabend in der Gaststätte Pliete. Kappelhoff hatte die Wasserrahmen-Richtlinie der Europäischen Union (EU) und seine Konsequenzen für den Horner Bach vorgestellt.

Und die Konsequenz ist: „Wenns so bleibt, sind wir damit fertig“, meinte Kappelhoff zur Beruhigung der Landwirte. Es gehe darum, den Status Quo zu erhalten oder vielleicht in einigen Punkten zu verbessern. „Wir müssen am Horner Bach aber keine Bagger ansetzen“, so der WLV-Mitarbeiter. Das sei an anderen Gewässern möglicherweise erforderlich. Die biologischen Anforderungen der EU würden am Horner Bach erfüllt. Einzig in den Kategorien Fische und Wasserpflanzen gebe es derzeit das Prädikat „mäßig“.


Am Schlechtesten sieht es im Metelener Strönfeld aus. Dort sei in der Vergangenheit viel Wert auf den Schutz von Wiesenvögeln gelegt, der Horner Bach jedoch vernachlässigt worden. Das müsse geändert werden. Ein Problem ist, dass der Bach dort im Sommer regelmäßig austrocknet. Die angrenzenden Flächen sind aber in öffentlicher Hand, so dass aus Kappelhoffs Sicht schneller Lösungen gefunden werden können.

In alten Karten waren noch Querbauten im Wasserbett eingezeichnet. Diese fanden die Experten nun nicht mehr. „Vermutlich sind die übersandet“, meinte ein Landwirt. So ist aus Sicht des WLV der Horner Bach für Fische durchgängig.

Ziel ist nicht, „wieder eine wilde Auenlandschaft zu haben“. Die sei aufgrund des Flächendrucks, der auf der Landwirtschaft lastet, nicht mehr erreichbar. Vielmehr gehe es vor allem darum, die Wasserqualität und die Artenvielfalt zu verbessern beziehungsweise zu erhöhen. Kappelhoff: „Das langfristige Ziel ist, sauberes Wasser zu erhalten.“

Er geht davon aus, dass Wasser in Zukunft noch wichtiger für die Landwirtschaft wird. Deshalb warnte er die Bauern auch, die Flächen zu verkaufen. „Der Zugang zum Gewässer muss in der Hand der Landwirte bleiben“, betonte er.

Abschließend warb der WLV-Mitarbeiter für die Teilnahme am Fließgewässerentwicklungsprogramm des Kreises Steinfurt, das in Nordrhein-Westfalen einmalig sei. Dabei werden ökologische Maßnahmen mit öffentlichen Geldern finanziert, die Landwirte bleiben aber Eigentümer der Flächen. Außerdem machte Kappelhoff seine Zuhörer darauf aufmerksam, dass solche Areale als Ausgleichsflächen für Stallbauten genutzt werden können.



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