Volkshochschule läuft weiter


Stellten die Vereinbarung zwischen dem Zweckverband und der Gemeinde Altenberge vor (v.l.): Detlev Prange (Bürgermeister von Laer); Robert Wenking (Horstmar), Sonja Schemmannn (Nordwalde), Dr. Barbara Hermann (Direktorin Kulturforum Steinfurt), Andreas Hoge (Steinfurt) und Jochen Paus (Altenberge). Foto:
Stellten die Vereinbarung zwischen dem Zweckverband und der Gemeinde Altenberge vor (v.l.): Detlev Prange (Bürgermeister von Laer); Robert Wenking (Horstmar), Sonja Schemmannn (Nordwalde), Dr. Barbara Hermann (Direktorin Kulturforum Steinfurt), Andreas Hoge (Steinfurt) und Jochen Paus (Altenberge). Foto:
(mas)


Altenberge/Steinfurt - Die gute Nachricht vorweg: Ab Februar werden wieder die altbewährten und etablierten VHS-Angebote in Altenberge fortgeführt. Dies geht aus einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung hervor, die der Zweckverband VHS/Musikschule - bestehend aus den Kommunen Laer, Nordwalde, Steinfurt und Horstmar - mit der Gemeinde Altenberge geschlossen hat. Bereits am heutigen Samstag wird die Internetseite des Kulturforums Steinfurt freigestaltet und alle Interessierten können sich anmelden. Zudem wird in Kürze ein eigenes VHS-Programmheft für Altenberge erscheinen, kündigte Dr. Barbara Hermann, Leiterin des Kulturforums, am Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz an.

Doch wie sieht die Vereinbarung weiter aus? „Die Gemeinde Altenberge wird den auf sie entfallenden Kostenanteil übernehmen“, erläuterte Horstmars Bürgermeister Robert Wenking das Konstrukt. Auch in punkto Musikschule wurde eine Lösung gefunden: Durch die rund 200 wegfallenden Musikschüler ist ein Personalüberhang bei den Lehrern entstanden. Auch hier bittet der Zweckverband Altenberge zur Kasse: Für fünf Jahre übernimmt das Hügeldorf die Kosten. Fünf Jahre, denn dann geht ein Musiklehrer in den Ruhestand. Hier sei ebenfalls eine „einvernehmliche Lösung getroffen worden, die die Folgekosten des Austritts abfedert“, sagte Robert Wenking. Insgesamt beträgt die Laufzeit der Vereinbarung sechs Jahre, die noch vom Kreis Steinfurt, der die Vermittlerrolle übernommen hatte, im Detail ausgearbeitet wird. „Trotzdem starten wir sofort mit den Angeboten in Altenberge“, erklärte Steinfurts Bürgermeister Andreas Hoge. „Ärger gibt es schon genug.“


„Ich kann nicht jubeln“, fasste Wenking stellvertretend die Gemütslage aller beteiligten Bürgermeister zusammen. Denn: „Der Austritt aus einem kommunalen Solidarverband sollte keinen Modellcharakter haben.“

Bürgermeister Jochen Paus hält den Ausstieg nach wie vor „grundsätzlich für richtig“. Wenn sich jedoch im Laufe der Zeit, wie in Altenberge, eine Musikschule mit über 600 Schülern etabliert habe, „da mussten wir reagieren“. Paus weiter: „Man kann nicht auf Dauer Doppelstrukturen finanzieren.“

Die Musikschüler müssen sich nun nach neuen Angeboten umsehen oder mit ihren alten Musiklehrern individuelle Vereinbarungen treffen. In Altenberge, so Bürgermeister Jochen Paus, stehen die Musikschule und die Musikakademie als Alternativen zur Verfügung.

Laers Bürgermeister Detlev Prange betonte, dass sich durch die nun getroffene Vereinbarung die Umlage der Gemeinden momentan nicht ändere. „Reagieren“, ergänzte Andreas Hoge, „müssen wir erst in fünf Jahren. Dann bewerten wir die Situation neu.“

Paus ist mit der Vereinbarung „zufrieden“. Und das, obwohl sich die Finanzsituation zunächst nicht ändert. Paus: „Wir stehen zumindest nicht schlechter da, als wenn wir im Zweckverband geblieben wären.“ Dies ändere sich allerdings in fünf Jahren zum Positiven. 

VON MARTIN SCHILDWÄCHTER, ALTENBERGE


27 · 01 · 12





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