Markus Hamel, Birgit Braunsteiner, Marianna Jaeger, Pastorin Ingrid Stübecke und Knut Bredemeyer (v. l.) freuen sich über den fast fertigen Bibelgarten.Foto: (Marita Strothe)
Nottuln - „Was ist denn das für eine Pflanze?“, fragt selbst Birgit Braunsteiner, als sie etwas Neues im Beet auf dem Platz vor der evangelischen Kirche „Unter dem Kreuz“ und dem Johanneshaus entdeckt - und sie fragt es, obwohl sie zusammen mit Marianna Jaeger federführend die Gestaltung des frisch angelegten Bibelgartens in den Händen hat. Doch die Pflanzenvielfalt ist enorm. Auf rund 80 Quadratmetern wachsen dort seit Mitte Mai Pflanzen, die in der Bibel erwähnt werden.
Die Idee zum Bibelgarten hatte Pastorin Ingrid Stübecke. Die Beete waren zuvor teilweise gerodet worden und mussten neu bepflanzt werden. Sie fragte Marianna Jaeger und Birgit Braunsteiner, ob sie nicht Lust hätten, ihre Idee umzusetzen.
Zuerst sei ihnen ein Bibelgarten völlig fremd gewesen, erinnern sich beide. Lektüre - zum Beispiel „Pflanzen der Bibelgärten“ - musste her. Die Frauen recherchierten aber auch im Internet und besuchten bereits angelegte Bibelgärten. So sammelten sie Informationen und entwickelten sich zu Fachfrauen der unterschiedlichen Vegetationszonen der Regionen des biblischen Israel.
Winterharte und pflegeleichte Pflanzen wurden von ihnen bevorzugt. Bis auf ein paar wenige, die in Kübel gepflanzt wurden, verzichteten die beiden Frauen auf mediterrane Gewächse. Gemäß ihrer Planung wurden Bäume - etwa ein Apfel-, ein Feigen-, ein Granatapfel- und ein Olivenbaum sowie Akazie, Zypresse und Judasbaum - ins Beet gepflanzt. Büsche, Blumen, Heilpflanzen und wilde Kräuter, Dornenbüsche und Disteln wurden gesetzt, auch Wüstenpflanzen. In und um einen Kies gefüllten Wasserkübel wurden die in Feuchtgebieten heimischen Pflanzen angesiedelt. Kurz daneben wachsen Feldfrüchte und Gartenpflanzen, zwischen denen sich mittlerweile ein Kürbis so gut entwickelt hat, dass sich Ingrid Stübecke bereits fürs Erntedankfest auf das Prachtexemplar freut.
„So viele?“, staunte die Pastorin, als sie eine Liste von fast 70 verschiedenen Pflanzen von Marianne Jaeger bekam. Rund 20 davon, darunter die meisten Frühjahrsblüher, werden allerdings erst im Herbst in den Garten kommen. Zu jedem Gewächs soll eine Informationstafel mit Namen und einer dazu passenden Bibelstelle aufgestellt werden, wie etwa der Vers 9 aus Psalm 45: „Von Myrrhe und Aloe, von Kassia duftet all dein Gewand.“ Bis dahin sollen auch die Platten im Garten fertig verlegt sein, damit Besucher sich zwischen den Pflanzen bewegen können, ohne diesen zu schaden.
Gepflegt wird der Garten zurzeit in erster Linie von Markus Hamel und Küster Knut Bredemeyer, die sich freuen würden, Unterstützung zu bekommen. Hilfe beim Pflanzen hatten sie schon von Rene Baumberg mit Nottulner Pfadfindern. Auch über die eine oder andere Pflanze, die noch auf der Liste steht, oder eine finanzielle Spende freut sich die evangelische Kirchengemeinde. Ansprechpartnerinnen sind: Pastorin Ingrid Stübecke ( ' 0 25 02/22 54 10) Birgit Braunstein ( 0 25 02/2 57 39) und Marianna Jaeger ( ' 0 25 02/78 23).
Und vielleicht findet ja doch noch jemand eine Bibelstelle, in der Bezug auf die Kastanie genommen wird. Leider ist sie im Nahen Osten nicht heimisch, allerdings ist ein schönes, beeindruckendes und groß gewachsenes Exemplar mitten auf dem Kirchplatz zu Hause.