Verzichten statt schlemmen


Lachs, Scholle, Muscheln oder Fischsalat: Der Koch Bernhard Brunken bietet das Rezept zum Fisch.
Lachs, Scholle, Muscheln oder Fischsalat: Der Koch Bernhard Brunken bietet das Rezept zum Fisch.
(Markus Michalak)


Dülmen. Nach den tollen Tagen folgt die Fastenzeit. Die Dülmener Zeitung fragte beim örtlichen Handel und in der Gastronomie nach: Stellen die Dülmener sich auf die wechselnden Bedürfnisse der Kundschaft ein?

Norbert Ricken, Leiter der Real-Filale, sieht keinen großen Anpassungsbedarf: „Wir bieten unseren Kunden das ganze Jahr über attraktive Alternativen zum Fleischgenuss an.“ Besonders die Fischtheke sei jetzt ein starker Kundenmagnet, bestätigt auch der dort angestellte Koch Bernhard Brunken: „Seit Dienstag ist das Interesse an unseren Auslagen schon deutlich gestiegen.“


Ob Muschelgerichte, Fischsalat, oder frischer Lachs: Brunken steht der Kundschaft auch gerne mit raffinierten Rezepten hilfreich zur Seite.

Peter Sewald, Geschäftsführer des Bistros „täglich“ am Königsplatz, sieht der Fastenzeit auch eher gelassen entgegen: „Ich bin schon seit 20 Jahren in der Gastronomie tätig, und ich denke, das Phänomen Fastenzeit nimmt für uns stetig an Bedeutung ab.“ Die Zeit, in der man kein Schnitzel am Karfreitag anbieten konnte, sei definitiv vorbei. „Trotzdem ist es natürlich jedem Gast selbst überlassen, wie er mit der Fastenzeit umgeht.“ Und auch für Vegetarier habe das Bistro jede Menge leckerer Gerichte im Angebot, zum Beispiel fleischlose Wraps.

Keinen leichten Stand bei gläubigen Katholiken dürften derzeit auch die Metzger und Fleischer haben. Aber vegetarische Wurst- und Fleischspezialitäten anbieten? Das ist nur schwer vorstellbar. „Wir haben derzeit unser ganz normales Wintersortiment im Angebot und werden erst zur Grillzeit wieder auf neue Produkte umstellen“, erklärt Andrea Vielberg von der Metzgerei Wefelscheid. Panhas, Leberbrot und Kohlrouladen sind nach ihrer Erfahrung Leckereien, die den Kunden besonders zur kalten Jahreszeit sehr gut schmecken.

Rüdiger Roth, der seit mehr als 15 Jahren einen kleinen Weinladen an der Coesfelder Straße betreibt, verzeichnet zur Fastenzeit einen spürbaren Umsatzrückgang: „Natürlich gibt es Kunden, die sechs Wochen lang konsequent kein Fleisch, keine Süßigkeiten und auch keinen Alkohol verzehren.“ Da hilft auch der alkoholfreie Sekt in seinem Sortiment wenig. „Aber wir leben ja nicht vom Wein allein.“ Auch schöne Pralinés, hochwertige Schokoladen, edle Spirituosen und ganze Präsentkörbe kann die Kundschaft bekommen. Sicher, alles keine ausgewiesenen Fastengeschenke. „Aber vieles, was wir im Angebot haben, lässt sich ja sehr schön verpackt auch verschenken.“ Und schmeckt dem Glückspilz auch in sechs Wochen, nach der Fastenzeit, noch genau so gut.

VON MARKUS MICHALAK


22 · 02 · 12





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