Karneval ohne Katerstimmung


Am Aschermittwoch ist alles vorbei: Auch in Dülmen ist die Zeit der ausgelassenen Karnevalspartys für dieses Jahr Geschichte. Am Dienstag wurde das große Festzelt auf dem Overbergplatz abgebaut.
Am Aschermittwoch ist alles vorbei: Auch in Dülmen ist die Zeit der ausgelassenen Karnevalspartys für dieses Jahr Geschichte. Am Dienstag wurde das große Festzelt auf dem Overbergplatz abgebaut.
(Markus Michalak)


Dülmen. Feucht-fröhlich, aber insgesamt doch überaus friedlich.

So sieht am Ende der Session die Dülmener Bilanz zum Zeltkarneval 2012 aus. „Ein Mitarbeiter vom Baubetriebshof ist am Dienstag in der Innenstadt sicherheitshalber Kontrolle gefahren, aber es sieht wirklich ganz so aus, als wenn sich die Besucher der Festveranstaltungen überwiegend sehr gut benommen haben“, macht Stadtsprecherin Nina Wischeloh den Närrinnen und Narren ein dickes Kompliment. Größere unappetitliche Spuren habe das wilde Treiben an den tollen Tagen offenbar nicht in der Innenstadt hinterlassen.


Bis auf einzelne Ausrutscher hatten Dülmens Karnevalisten sich in diesem Jahr gut im Griff. Gastwirt und Zeltverleiher Albert Fimpeler kann den positiven Eindruck im Großen und Ganzen durchaus bestätigen: „Vor 25 Jahren, beim Stadtjubiläum, da hat tatsächlich mal jemand versucht, unser Festzelt in Brand zu stecken“, erinnert er sich an eine ältere Begegnung der weniger lustigen Art zurück.

Solch gefährliche Entgleisungen blieben der Dülmener Wirtegemeinschaft, die das Festzelt in Zusammenarbeit mit Dülmen Marketing aufgestellt hatte, diesmal zwar erspart. „Aber zwei junge Burschen haben am frühen Dienstagmorgen einen Knallfrosch im Toilettenwagen vor dem Festzelt hochgehen lassen“, erinnert sich Fimpeler kopfschüttelnd an die Nacht zurück. Keine ganz so gute Idee: Die Kloschüssel hielt der Detonation nicht stand und zersprang in tausend Stücke. „Wir sind den Jungs zwar noch hinterhergelaufen, aber die waren schneller.“ Fimpeler hat dann die Toilette (eine von sieben) abgesperrt und will die Sache nun abschließend auf sich beruhen lassen. „Für die 40 Euro werde ich nicht die Polizei einschalten. Da kommt eine neue Schüssel rein und gut ist.“

Das 600 Besucher fassende Festzelt hat sich als Karnevals-Festsaal einmal mehr bewährt. „Die Veranstaltungen waren insgesamt sehr gut besucht, es zeigt sich, dass die Mischung gestimmt hat“, meint Fimpeler, der das 850 Quadratmeter große, beheizte Festzelt auf dem Overbergplatz für die insgesamt vier Karnevalpartys zur Verfügung gestellt hatte.

Auch Antonius Preun von der Dülmener Wirtegemeinschaft zieht insgesamt eine positive Bilanz. „Wir haben einen gewaltfreien Karneval ohne besondere Vorkommnisse gefeiert.“ Zwar sei das Zelt an Weiberfastnacht nicht ganz so stark besucht gewesen wie sonst (Grund sei laut Preun vermutlich eine Parallelveranstaltung mit Jürgen Drews in Billerbeck), doch vor allem die Ü30- und auch die Rosenmontagsparty seien sehr gut angenommen worden.


Polizeifazit der tollen Tage
„Überwiegend ruhig“ lautet das Fazit der Polizei nach den tollen Tagen.
Am Rosenmontag wurden die Beamten zum Bahnhof gerufen, wo eine Gruppe Teenager vom Umzug in Münster zurückkehrte. Zwei 15-jährige Dülmener waren hier nach eigenen Angaben urplötzlich angegriffen worden. Die Polizei stellte die Personalien eines 16-jährigen Beschuldigten fest, ein zweiter Verdächtiger hatte sich aus dem Staub gemacht. Die beiden Jungs trugen leichte Verletzungen davon.
Am Veilchendienstag gegen 3.45 Uhr wurde ein 23-Jähriger von der Polizei dabei erwischt, wie er gegen das Festzelt auf dem Overbergplatz urinierte. Gegen ihn läuft ein Bußgeldverfahren. Insgesamt verhängte die Polizei auf dem Overbergplatz drei Platzverweise.
Übel beschädigten Unbekannte in der Nacht zu Dienstag einen BMW in Hausdülmen. Sie zerkratzten die Motorhaube und zerschnitten alle Reifen. Die Polizei schätzt den Schaden auf 2000 Euro.

VON MARKUS MICHALAK


21 · 02 · 12





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