Ungewöhnlicher Diebstahl

Bienenvölker wurden entwendet


Eduard Rjabcev steht vor den leeren Paletten am Brokweg, auf denen bis Freitag noch jeweils ein Bienenvolk Zuhause war. Die Diebe haben aber nicht alle 28 Bienenstöcke mitnehmen können.
Eduard Rjabcev steht vor den leeren Paletten am Brokweg, auf denen bis Freitag noch jeweils ein Bienenvolk Zuhause war. Die Diebe haben aber nicht alle 28 Bienenstöcke mitnehmen können.
(Jürgen Primus)


Dülmen. Eduard Rjabcev ist ratlos. In der Nacht zum Freitag sind bislang unbekannte Diebe in seine Gartenlaube am Brokweg eingebrochen. Die Täter kamen wohl mit einem großen Kastenwagen. „Um durch das Tor fahren zu können, haben sie den Querbalken abgebaut.“

Auf dem Gartengelände luden die Diebe dann sieben der insgesamt 28 Bienenvölker ein. „Die Diebe haben die ersten Kästen, die sie am besten erreichen konnten, einfach geklaut“, sagt der 41-Jährige, der 1997 mit seiner Familie aus Kasachstan nach Dülmen kam.


Unter dem Diebesgut befinden sich auch vier Kästen mit vier Bienenvölkern, die seinem Sohn Arturo (13) gehören. „Ich weiß noch gar nicht, wie ich das meinem Sohn sagen soll, dass seine Bienen weg sind.“ Rjabcev vermutet, dass ein anderer Imker sich nachts bei ihm bedient haben könnte. „Was will man sonst mit den Kästen und den Bienen machen?“ fragt er.

Zudem wurden bei ihm aus der Gartenlaube ein Gerät zur Stromerzeugung sowie eine Honig-Schleudermaschine entwendet. „Das ganze andere Werkzeug, wie Hammer oder Säge wurde liegen gelassen. Hier hat sich jemand ganz gezielt bedient.“

Die Polizei gibt den Sachschaden und den Wert der entwendeten Bienen und Maschinen mit insgesamt 4000 Euro an. Auffällig für Rjabcev ist auch, dass die Diebe nur die hintere der beiden Türen zur Gartenlaube aufgebrochen haben. „Das bedeutet für mich, dass die Diebe sich genau auskannten. Denn die erste Tür führt ins Leere.“
Diebe waren nicht zum ersten Mal bei ihm am Brokweg „zu Besuch.“ Denn am 26. August des vergangenen Jahres waren schon einmal fünf Bienenvölker gestohlen worden.

Derzeit sind die Bienen in ihren Kästen, die aus Styropor und Holz bestehen. „Daher ist es jetzt eigentlich eine gute Zeit für den Diebstahl“, sagt der Frührentner, der in seiner Heimat als Imker gearbeitet hatte und die Bienen heute nur noch als Hobby sieht. „Es ist einfach eine schöne Beschäftigung und man hat einiges zu tun.“

Rjabcev hat nach eigener Aussage nur wenig Hoffnung, dass er seine Geräte und die Bienen zurück bekommt. „Wenn ich die Kästen irgendwo sehen würde, dann wüsste ich, ob es meine sind.“ Denn die Holzkisten hat er selbst gebastelt und dabei ein eigenes Maß gefunden. Die Styropor-Kisten habe sein Sohn zum Teil bemalt.

Bis zu 60.000 Bienen zähle ein Volk im Sommer. Bei 28 Völkern sei es recht voll, wenn die emsigen Tiere fleißig sind. „Dann wird der Himmel hier dunkel bis schwarz.“ Gefährlich sei das aber nicht. „Die stechen nicht. Es sei denn, es benutzt jemand ein besonderes Parfum oder schwitzt sehr stark.“

VON JÜRGEN PRIMUS


06 · 02 · 12





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