Kiwo: Jugendhilfe im Wandel


Die Angebote der modernen Jugendhilfe in einem zeitgemäßen Gewand präsentieren, das wollen Grafik-Designerin Imke Hoinka-Nölting (r.) sowie die Kiwo-Mitarbeiter (v.l.) Andreas Völker (Prokurist), Ute Thaleikis-Carstensen (Psychologin) und Karl Eisenbarth (Geschäftsführer).
Die Angebote der modernen Jugendhilfe in einem zeitgemäßen Gewand präsentieren, das wollen Grafik-Designerin Imke Hoinka-Nölting (r.) sowie die Kiwo-Mitarbeiter (v.l.) Andreas Völker (Prokurist), Ute Thaleikis-Carstensen (Psychologin) und Karl Eisenbarth (Geschäftsführer).
(Claudia Marcy)


Dülmen. Ein junger Mann und ein Kind paddeln über einen See. Die Sonne scheint, die beiden sind ausgelassen und entspannt. Vater und Sohn? Oder Erzieher und Sorgenkind? Das Foto illustriert die Arbeit des Kinderwohnheims Dülmen. Oder, um es zeitgemäß zu formulieren, es illustriert das Arbeitsfeld Erlebnispädagogik der Kiwo-Jugendhilfe.

„Jahrelang wurden mit Jugendhilfe depressive Bilder assoziiert. Wir wollen lebensbejahende Bilder dagegen setzen. Denn unsere Aussage ist nicht: Alles ist schlecht und schlecht wird es bleiben, sondern wir verweisen auf die positiven Entwicklungsmöglichkeiten“, sagt Karl Eisenbarth, Geschäftsführer des Dülmener Kinderwohnheims, kurz Kiwo.


Zusammen mit der Grafik-Designerin Imke Hoinka-Nölting haben Eisenbarth und Kiwo-Mitarbeiterin Ute Thaleikis-Carstensen die Präsentation überarbeitet. Sowohl mit Faltblättern und gedrucktem Info-Material als auch im Internet stellt sich das Kinderwohnheim unter dem Titel Kiwo-Jugendhilfe mit seinem umfassenden Angebot dar. Das umfasst neben teil- oder vollstationärer Betreuung auch ambulante Angebote für Kinder und Jugendliche, diagnostische und therapeutische Verfahren.

Für die Dülmener ist das Kiwo seit Jahrzehnten eine feste Größe. Tatsächlich aber hat sich die Arbeit der Einrichtung in den letzten Jahren und Jahrzehnten zunehmend ausdifferenziert. Von den rund 300 Kindern des Kinderwohnheims wohnen nur noch 45 im Stammhaus an der Lüdinghauser Straße. Die anderen Kinder leben in Wohngruppen unterschiedlichen Zuschnitts und unterschiedlicher Ausrichtung oder in Familienverbänden.

Wer die neu gestaltete Homepage der Kiwo-Jugendhilfe im Netz aufruft, erhält einen Eindruck von der Vielfalt der Hilfsangebote, die für spezielle Problemlagen entwickelt wurden.

Die Fotos auf den verschiedenen Arbeitsfeldern zeigen Kinder in unterschiedlichen Freizeit- und Lernsituationen. Es sind keine Szenen aus dem Kiwo-Alltag, sondern es handelt sich um Material von Agenturen, die Stimmung und Erfahrungen in der Einrichtung spiegeln, betont Prokurist Andreas Völker. Mit dem neuen Material möchte sich die Kiwo-Jugendhilfe den Jugendämtern präsentieren, ihre Arbeit vorstellen und für sich werben - und damit letztlich eine gute Belegung erzielen.

„Denn wie für ein Krankenhaus oder für ein Altenheim ist es für uns wichtig, gute Belegungszahlen zu haben“, verweist Eisenbarth auf die wirtschaftliche Seite ihrer Arbeit. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Kinder und Jugendlichen im Kiwo beträgt nicht einmal zwei Jahre. Vorbei sind auch die Zeiten, in denen vorzugsweise Kinder aus Dülmen oder der Region im Kiwo lebten. Der Einzugsbereich habe sich stark erweitert, bis nach Niedersachsen und Bremen.

Andreas Völker weist auf ein weiteres Einsatzgebiet des neuen Infomaterials hin: Auf einer Fachmesse werde man damit bei Schülern werben: Denn auch als Arbeitgeber hat die Kiwo eine Menge zu bieten.

VON CLAUDIA MARCY


26 · 01 · 12





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