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Königsplatz: Jeder parkt so falsch er kann

Dülmen. Julia Jakubowski vom Restaurant „täglich“ hat eine Vision: Bei schönstem Sonnenschein genießt die junge Familie die Außengastronomie. Den Blick auf die Innenstadt versperrt ein Transporter, der mitten auf dem Gehweg parkt. Die Kinder laufen im riskanten Slalom zwischen Autos, Lkw und Fahrrädern über die viel befahrene Straße zum Fontänenfeld rüber. „Wenn hier nicht was passiert, wird sich das im Sommer so abspielen“, befürchtet Jakubowski.

Abwegig ist das nicht: Lkw und Pkw parken am Königsplatz die Gehwege zu, um mal eben rasch zum Bäcker zu springen, kurz ein Rezept in der Apotheke einzulösen oder ein eiliges Paket zuzustellen. Die Tempo-20-Zone für Anlieger wird vom Durchgangsverkehr genutzt, viele Fahrer halten sich - so der Eindruck der Kaufleute - auch nicht an die vorgeschriebene Geschwindigkeit.


Der Bezirksbeamte Werner Bolle kann das nicht bestätigen: „Unsere Geschwindigkeitsmessungen haben keine drastischen Überschreitungen ergeben.“ Dann hält er aber einen Mini-Fahrer an: „Wie Sie in den dritten Gang hochbeschleunigen und immer noch 20 fahren, das müssen Sie mir erklären.“ Der Temposünder ist einsichtig. Und darf weiterfahren. Eine Geschwindigkeitsmessung liegt ja nicht vor.

Das Parkchaos bekommt die Stadt nicht in den Griff. Alle paar Minuten hält irgendwo ein Falschparker, und das, obwohl ein uniformierter Polizist direkt daneben steht. „Wenn sich der Dülmener erst einmal an etwas gewöhnt hat, dann behält er das auch gern bei“, sucht Bolle nach einer Erklärung.

Auch Mechthild Beiring-Jäger aus Lette wollte nur rasch zum Bäcker. Und wird vom Polizeibeamten freundlich belehrt. Sie wehrt sich tapfer: „Dülmen will doch Einkaufsstadt sein. So wird das nichts. Dann fahre ich eben durch.“ Bolle macht auf die vielen - auch kostenlosen - Parkplätze in der Nähe aufmerksam. Ganz einsichtig ist die Falschparkerin nicht: „Bei einem Großeinkauf, gut. Aber für eine kleine Besorgung lohnt sich die Parkplatzsuche doch nicht.“ Die meisten, die hier parken, denken so, weiß der Bezirksbeamte. Und es ist offenbar schwer, etwas dagegen zu unternehmen.

„Wir haben das Problem in der Ordnungspartnerschaft besprochen, aber es gibt keine einfache Lösung. Vielleicht brauchen wir doch die Poller.“ Die Coesfelder Straße wird von den Autofahrern ganz offensichtlich nicht als erweiterte Fußgängerzone, sondern als Umgehungsstraße wahrgenommen.

Die Stadt hat vieles getan, um das zu ändern: Insgesamt sind fast 800 Bußgelder verteilt worden, eine mobile Geschwindigkeitsmessung wurde aufgestellt, und seit zwei Tagen wird ein Info-Flyer an die Fahrer ausgegeben. Genutzt hat das wenig.

Dabei ist das Parken nicht nur lästig, es kann auch teuer werden. „Die Gehwege sind nicht so stark unterbaut wie Parkplätze. Das kann zu Schäden führen“, erklärt ein Mitarbeiter der Straßenbaufirma, die das Objekt verantwortet. Das Pflaster hat sich schon sichtbar verschoben.
„Poller sind die schlechteste Lösung, das würde den Marktplatz-Charakter stören. Wir appellieren an die Vernunft“, erklärt Stadtsprecherin Nina Wischeloh. Falls die Falschparker nicht zur Vernunft zu bringen sind, kann die Stadt sich auch mobile Sperren wie Kunstobjekte oder Blumenkübel vorstellen, um die Gehwege frei zu bekommen.

Einen Kommentar zum Thema finden Sie in der DZ-Ausgabe von Mittwoch.

VON MARKUS MICHALAK


24 · 01 · 12
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Herr Ramsauer

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Na das kommt mir doch bekannt vor...

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Intelligente Menschen an die Macht!!!!

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Warum keine Vollsperrung?

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so ist es, wenn halbe Sachen gemacht werden

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