Geister im Schloss Buldern

Buldern. „Krötenfuß und Mäusekot, sogar diese Spinne ist tot!“ klingt es durch den dunklen Wald. Dazu steigt dichter Nebel aus dem Gebüsch empor. Und mittendrin: 80 Schüler der Dülmener Grundschulen.

Sie erlebten eine Gruselnacht par excellence im Bulderner Schlosspark. Eigentlich nur als Vorlesenacht geplant, wurde aus der Idee der Literaturkurse der Jahrgangsstufe 12 der Privaten Gymnasien eine große Aktion: „Jeder hat sich überlegt, was für eine Rolle er einnehmen möchte und was für jeden selbst am Besten geeignet ist“, berichtet die Kursleiterin Bettina Besta. So wie Schüler Sascha Janssen, der in „affenartiger Geschwindigkeit“ eine Rahmengeschichte für den Abend geschrieben hat. Andere werden zu Geistern, Hexen und Vampiren. Im Vorfeld hatten die Gymnasiasten kostümiert und geschminkt die umliegenden Grundschulen besucht, um über das Projekt zu informieren.


Stunden vor der Gruselnacht starten die Vorbereitungen. Die verschiedenen Stationen müssen aufgebaut werden. Die Jugendlichen werden mit Hilfe von Ilonka Krügel professionell geschminkt. „Ich fühle mich wie ein kleines Kind, das für Karneval von seiner Mutter geschminkt werden muss“, verrät Schülerin Cheyenne Schreiber. Ein Glücksfall ist, dass fast alle Kostüme vorhanden sind, denn sie waren vor 15 Jahren für eine Theater AG angeschafft worden.

Pünktlich um halb sechs starten die Grundschüler in Kleingruppen die Gruselreise. Die erste Station führt ins Kellergewölbe der Schule, wo die vorbereitete Gruselgeschichte vorgelesen wird. Dann geht es nach draußen, wo schon die Hexen auf die Kinder warten. Die um einen brodelnden und dampfenden Kessel tanzenden Zauberinnen geben mit einem Fluchgedicht die ersten Hinweise auf ein Rätsel, das die Kinder im Laufe des Abends lösen müssen.

In Begleitung von Geistern und furchterregenden Gestalten geht es durch den Park zum Eulenturm, der mit Fäden, einer Nebelwand und einem Skelett ausgestattet ist - und den Kindern einen wohligen Schauer über den Rücken treibt.

Weiter geht es Richtung Schloss, wo eine Gymnasiastin auf die Grundschüler wartet. Die Dekoration im Musikraum, der durch seine Gestaltung für große Begeisterung sorgt, führt bei vielen Gästen zu spontaner Gänsehaut. Etwas ängstlich geht es dann die Treppenstufen des Schlosses hinauf, wo im Kaminzimmer eine böse Königin die Kinder erwartet, die weitere Hinweise gibt. Weiter geht es über eine enge Wendeltreppe, samt heulendem Gespenst Hugo. Von einem Quartett von Untoten, das sich im Beisein der Viertklässler aus seiner Erstarrung löst, kommt dann weitere Hilfe zur Lösung des Rätsels. Auf teils sehr wackeligen Beinen geht es dann wieder ins Freie, wo ein stattlicher Graf grüßt und mit seiner goldenen Uhr den letzten und wichtigsten Hinweis bereithält. Für die Grundschüler gibt es im Anschluss an die Gruselnacht Snacks und Getränke, die die Eltern im Speisesaal vorbereitet haben.

„Wir alle haben als Ensemble bisher viel Lob bekommen. Ich habe mit einigen Kindern und deren Eltern gesprochen, die ausnahmslos begeistert waren“, zieht Lehrerin Besta ein positives Fazit. „So wie es aussieht, wird die Gruselnacht jetzt jedes Jahr stattfinden.“ Auch sei es für Schüler und Lehrer ein gemeinsames, schönes Erlebnis gewesen.

„Ich finde, dass wir alle als Gruppe gut zusammengehalten haben. Durch professionelle Schminke und die tollen Kostüme erfuhr man ein gutes Theatergefühl. Es war eine schöne Erfahrung“, ergänzt Gymnasiastin Marilen Jahnke.

VON ANNA WÜBBELT


23 · 01 · 12





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