Regionale 2016: Per Bahn und Rad in die Zukunft


Keinen schönen Anblick bietet der in die Jahre gekommene Bahnhof.
Keinen schönen Anblick bietet der in die Jahre gekommene Bahnhof.
(Hülsheger)


Dülmen. Die Bahn hat Zukunft - das jedenfalls glaubt die Stadt Dülmen, die sich dem Projektvorschlag „BahnLandLust“ der Gemeinde Reken sowie der Städte Coesfeld und Dorsten anschließt, und damit einen Beitrag zur zukunftsfähigen Mobilität leisten will. „Durch die Reaktivierung der reduzierten Bahninfrastruktur und deren Verknüpfung mit dem Radverkehr soll diese Mobilitätsform als Alternative zum Individualverkehr verbessert werden“, heißt es in der Projektskizze, mit der sich die Stadt um Fördermittel aus der Regionale 2016 bewirbt.

Dülmen will das Projekt „BahnLandLust“ demnach in einen größeren Zusammenhang stellen. „Die Regionale - Region ist von aktiven Bahnlinien und aufgegebenen Schienenstrecken durchzogen. Nahezu alle Städte und Gemeinden waren einmal an das Schienennetz angebunden. Heute verfügen immerhin noch 22 von 28 Gemeinden über einen Bahnanschluss“, rechnet die Stadt vor. Hierin liege großes Potenzial für die Vernetzung.


Die Kernidee des Projektes ist, an sämtlichen Bahnhöfen der Bahnstrecken einen einheitlichen Rahmen für die geplante Regionale-Präsentation zu schaffen. Die Besucher der Regionale, die ab 2016 die realisierten Projekte der Öffentlichkeit vorstellen will, sollen die Bahnhöfe und Haltepunkte der Bahn als Schaufenster erleben, die einen Blick auf die neue Bahn- und Radwegeinfrastruktur freigeben. Auf diese Weise könne die Alltagstauglichkeit der traditionellen Verkehrsmittel Bahn und Fahrrad bewiesen und die Akzeptanz bei Bahnnutzern erhöht werden.

Alle Bahnstrecken der Region sowie aufgelassene Trassen, die zu Radwegen umgebaut werden, sollen in diese Projektidee schrittweise mit einbezogen werden. Die Bereitstellung eines eigenen Regionale-Tickets könnte den Projekterfolg zusätzlich unterstützen.
Dem Ausbau von Bahnseitenwegen als Radwegen misst das Projekt besondere Bedeutung zu. An den Bahnhöfen, die zu „Schaufenstern Zukunftsland“ werden, könne ein Fahrradverleihsystem mit Ausleihe und Rückgabe an jedem Bahnhof, Verleih von E-Bikes, Akku-Tankstellen und Radstationen installiert werden.

Die umgestalteten Bahnhöfe sollen laut Entwurf auch im Anschluss an die Regionale-Präsentation dauerhaft genutzt werden können. So könnten örtliche Unternehmen und touristische Ziele vorgestellt werden: Was sind Geheimtipps, die unbedingt besucht werden sollten? Welche Orte sind nicht immer zugänglich? Welche Unternehmen zeichnen sich vor Ort wodurch aus?

Dem Bahnhof kommt im städtischen Konzept aufgrund der Kreuzung der überregionalen Bahnstrecke mit dem Regionalbahnnetz die Funktion eines zentralen Entrees zu. Bereits heute spiele die Umsteigemöglichkeit zwischen den Bahnlinien Ost-West und Nord-Süd sowie die vorhandene Verknüpfung mit dem PKW- und Radverkehr hier eine große Rolle. Doch der Turmbahnhof aus den 60er Jahren kommt aus Sicht der Stadt für eine solche Funktion nicht mehr in Frage. In einem Architektenwettbewerb soll eine bauliche Lösung gefunden werden, die den Charakter als Turmbahnhof unterstreichen würde.

Bürgermeisterin Lisa Stremlau will das Projekt auf breite Schultern stellen: „Wir möchten die Bürger durch Internetpräsenz, Workshops und vieles mehr frühzeitig mit ins Boot holen.“ Vom vorgelegten Konzept ist sie überzeugt: „Die Region wird von einem leistungsstarken und umweltverträglichen Verkehrssystem profitieren.“

Als zweites Projekt wurde, gemeinsam mit der Gemeinde St. Viktor, der Intergenerative Zentrum bei der Regionale eingereicht. Weitere Berichterstattung dazu finden Sie in der DZ-Ausgabe von Samstag.

VON MARKUS MICHALAK


20 · 01 · 12




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