Sozialpraktikum am AvD: Schnuppern nach der Schule 


Pastoralreferentin und Schulseelsorgerin Christel Seibert (r.) bereitet die Zehntklässler auf ihr Sozialpraktikum vor. Im Anschluss bereiten die Schüler eine Präsentation vor, die kurz vor Weihnachten vorgestellt wird.
Pastoralreferentin und Schulseelsorgerin Christel Seibert (r.) bereitet die Zehntklässler auf ihr Sozialpraktikum vor. Im Anschluss bereiten die Schüler eine Präsentation vor, die kurz vor Weihnachten vorgestellt wird.
(Foto: Kerstan)


Dülmen. Denis Feulner ist der einzige Junge der Runde. Mit 14 Mädchen sitzt der 17-jährige Schüler des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums (AvD) zusammen im Stuhlkreis. Mit dabei ist Pastoralreferentin und Schulpsychologin Christel Seibert. Es ist das erste Treffen, die Zehntklässler stellen sich gegenseitig vor. „Für viele Jungen in meinem Alter ist der Sozialbereich nicht so prickelnd“, vermutet Denis, warum er der einzige Schüler ist. Denn bis Weihnachten wird jeder der AG-Mitglieder ein fünftägiges Praktikum absolvieren, zum Beispiel in einem Kindergarten, in der Familienbildungsstätte oder auf der Karthaus.

Zum zweiten Mal bietet das AvD ein Sozialpraktikum an, erstmals unterstützt von der Bürgerstiftung Dülmen. „Wir sind dort auf offene Türen gestoßen“, berichtet Schulleiter Gregor Leydag. Im vergangenen Jahr sei das Projekt, nach Leydags Wissen einzigartig im Kreis Coesfeld, von der Stiftung Partner für Schulen zum Anschub unterstützt worden. „Es passt perfekt zu unserem Baustein Jugend-Bildung-Erziehung“, begründet der Vorsitzende Christian Vogt das Engagement der Bürgerstiftung. Lobenswert sei, dass die Jugendlichen so an soziale Bereiche herangeführt werden, und zwar auf freiwilliger Basis. Denn Unterricht fällt für das Praktikum nicht aus, betonen die betreuenden Lehrer Verena Balke und Marco Hamelmann. Nachmittags oder in den Ferien müssen die Schüler arbeiten.


Die beiden berichten, dass das Projekt im vergangenen Jahr gut bei den Schülern angekommen worden sei. Neben dem Schnuppern in soziale Berufe sei das Praktikum auch eine Möglichkeit zur Persönlichkeitsentwicklung für die Jugendlichen. Auch von den beteiligen Einrichtungen gab es positive Rückmeldungen, so Balke: „Die finden es gut, dass angehende Abiturienten an den Sozialbereich herangeführt werden.“ Gerade auch vor dem Hintergrund des weggefallenenen Zivildienstes, ergänzt Hamelmann. Einige Schüler, fügt Christel Seibert hinzu, hätten auch nach dem Praktikum noch Kontakt zu ihrem Arbeitgeber.

Seibert übernimmt die inhaltliche Vorbereitung. Sie besucht mit den Jugendlichen auch soziale Einrichtungen, in denen sich kein Praktikum anbietet, etwa das Hospiz oder die donum-vitae-Beratungsstelle. Denn so, berichtet die Pastoralreferentin, sollen Hemmschwellen abgebaut werden. Sollten weiterhin Unterstützer gefunden werden, so Leydag, könnte das Projekt fortgesetzt werden.

Denis Feulner wird sein Sozialpraktikum im Mauritius-Kindergarten absolvieren. Ein bisschen würde er sich, dank seiner zwei jüngeren Geschwister, schon mit kleinen Kindern auskennen. Und könnte er sich nach der Schule später einen Beruf in diesem Bereich vorstellen? Ganz ausschließen will er es nicht. Es hänge auch davon ab, wie gut ihm seine Zeit im Kindergarten gefalle.

VON KRISTINA KERSTAN


06 · 10 · 11





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