Dülmen. Wenn die Gläser ausgehen, schmeckt der Sekt auch aus Plastikbechern - Hauptsache es gibt etwas, worauf man anstoßen kann. Genau das taten am Freitag Vertreter aus Politik, Verwaltung und Kaufmannschaft - gemeinsam mit den Dülmener Bürgern stießen sie auf die erfolgreiche Umgestaltung der Markt- und Viktorstraße an. Offiziell wurden beide Straßen eingeweiht, das Band von Bürgermeisterin Lisa Stremlau feierlich durchgeschnitten.
Mindestens 15 Flaschen Sekt und Orangensaft waren besorgt worden, und die Mitarbeiter von Dülmen Marketing schenkten den Bürgern ein. Als die 60 Sektgläser ausgegangen waren, stießen die Dülmener auch gern mit Plastikbechern an. Rund 150 Bürger waren gekommen, viele hatten den Bummel über den Markt mit der Einweihung verbunden. Und die meisten waren mit dem Ergebnis der Umgestaltung zufrieden. „Gelungen“, „schön“, sogar „wunderschön“, so beschrieben viele Dülmener am Freitagvormittag das Bild, das sich ihnen neuerdings in der Markt- und Viktorstraße bietet. Einziger Wermutstropfen für viele: Die anhaltenden Leerstände in der Innenstadt, vor allem das ehemalige Kaisers-Ladenlokal an dieser Stelle, das leer stehend ein Schandfleck sei.
Bürgermeisterin Lisa Stremlau gab zu, dass der Fertigstellung der Straßen eine „Durststrecke“ vorausgegangen sei. „Eine Baustelle vor der Ladentür zu haben, ist kein Vergnügen“, fühlte sie mit den Geschäftsinhabern. Doch die Durststrecke sei nun vorbei, das Ergebnis könne sich sehen lassen. Die Straßen seien nun lebendig, Straßen für Familien und für Jung und Alt. „Dieser Schritt soll nun weitere hervorrufen“, sagte Stremlau und meinte damit die Weihnachtshütten, die im Winter in den Straßen aufgestellt werden sollen, und den Wochenmarkt, der während des Dülmener Winters in die Marktstraße rücken soll (anstatt an den Westring).
Marianne Sievert-Terlau (Viktor GmbH) sprach von den beiden Straßen als „zwei Sahnestücke, die die Stadt voranbringen können“. Im Namen der Kaufmannschaft könne sie schon jetzt sagen, es habe sich gelohnt. „Familien mit Kindern verweilen zum ersten Mal in den Straßen, zum Beispiel im heißen Sommer am Fontänenfeld“, sagte Sievert-Terlau. Auch in den Geschäften gab es im Anschluss Sekt und Orangensaft.
Anfang Oktober 2009 hatten die Bauarbeiten in der Viktorstraße begonnen, nach dem Winter wurde ab März die Marktstraße zwischen Coesfelder Straße und Marktgasse neu gepflastert. Nun wartet die Stadt auf den Förderbescheid für den zweiten Bauabschnitt der Innenstadtattraktivierung. Er umfasst die Coesfelder Straße zwischen Lohwall und Münsterstraße, die zur Tempo-20-Zone werden soll, und den Platz vor den Arkaden an der Münsterstraße.