Buldern. Als einziger Verein vor Ort hat der Spielmannszug Buldern keinen einzigen Ton am Wochenende gespielt. Und trotzdem ist es am Sonntagabend Vereinsvorsitzender Martin Kortmann, der den ersten Pokal überreicht bekommt: Unter dem Beifall aller auf dem Sportplatz angetretenen Spielmanns- und Fanfarenzüge danken die drei ausrichtenden Verbände so den Bulderanern für die Organisation der zweiten Landesmeisterschaften der Spielleute in NRW. Gejubelt wird auch im Anschluss bei der eigentlichen Siegerehrung - und zwar vor allem beim Trommler- und Pfeiferkorps Hastenrath, dem Landessieger der ersten Liga. Grund zur Freude haben auch der Fanfarenzug Buldern und der Kolpingspielmannszug Dülmen: Beide lösen das Ticket für die deutschen Meisterschaften.
Begonnen hatte die Siegerehrung musikalisch. Nach einem Umzug durchs geschmückte Dorf stimmen die Spielmannszüge auf dem Sportplatz gemeinsam den „Lexington Marsch“ an. Ein Feldversuch, verrät Moderator Jürgen Knebel. Denn die Noten gab es erst vier Wochen vor der Meisterschaft.
Viel länger probte der Tambourcorps Erwitte, der vor allem in den vergangenen zwei Monaten intensiv in der Erwitter Schützenhalle übte. Denn die Musiker hätten ihren Schwerpunkt auf die Marschwertung, an der der Verein zum ersten Mal teilnahm, gesetzt, berichtet Mitglied Michael Rasche. „Bei den Kurven ist es besonders schwierig“, beschreibt er die Anforderungen. Denn der Verein laufe in Fünferreihen, und die müssen gerade um jede Ecke herum kommen. Von der Seite aus sieht Ausbilder Gerd Meier zu, während das rein männliche Corps durch den Parcours auf dem Sportplatz marschiert. „Zwei plus“, lautet sein Fazit. Auch die Juroren sind zufrieden: Neben dem Ticket für die Deutschen Meisterschaften gibt es Rang drei in der Marschwertung.
Ans Marschieren verschwendet Heinrich Schlagheck derweil keine Gedanken. Bei ihm und Jörg Riegel dreht sich am Wochenende alles um Pommes, Bratwurst und Spanferkel. Denn die beiden Mitglieder des Spielmannszuges Buldern sind, unterstützt durch zahlreiche Helfer, als Küchenchefs für die Verköstigung der rund 1500 Musiker und deutlich mehr als 1000 Zuschauer verantwortlich.
„Glücklicherweise haben die Geschäfte am Samstag so lange offen“, sagt Schlagheck. So konnten sicherheitshalber noch Pommes und Schnitzel für Sonntag nachbestellt werden. Denn bei dem schönen Sommerwetter sei der Ansturm auf die Imbissstände groß, verriet Schlagheck.
Wie er sind auch die anderen Mitglieder des Spielmannzuges das ganze Wochenende über im Einsatz: Die Jüngsten sind als mobile Süßigkeitenverkäufer unterwegs, die Jugendlichen bieten Kinderschminken an. Andere stehen als Türsteher an der Mehrzweckhalle, denn während eines Wertungsspieles sind die Tore geschlossen. Und die Mitglieder der „Hol- und Bringbrigade“ sind durch ihre blauen Kiepenkerl-Hemden und roten Halstücher unübersehbar. Die Organisation der Meisterschaften sei schon ein Kraftakt, gibt Andreas Terlau aus dem Spielmannszug zu. Allerdings einer, der sich gelohnt habe. Buldern sei einer der Gewinner der Meisterschaften, stellt Moderator Jürgen Knebel bei der Siegerehrung fest - und dafür gibt es den ersten Pokal.