Schülerstreit in Dülmen: Busfahrer ging dazwischen und wurde entlassen

(Foto: Colourbox)
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Dülmen - Es war eine Auseinandersetzung unter Schülern, die der Busfahrer von seinem Fahrersitz aus beobachtet hatte. Ein 13-Jähriger traktierte am vorletzten Mittwoch gegen 7.45 Uhr im Beisein eines weiteren Schülers einen Siebenjährigen auf einem Dülmener Schulhof.

Der Busfahrer sah die Situation - und griff ein. Ob übertrieben heftig oder genau richtig, darüber scheiden sich nun die Geister. Das Einschreiten rief unterschiedliche Reaktionen hervor, die dazu führten, dass der Busfahrer noch am gleichen Tag entlassen wurde.


Der Reihe nach: Nach Aussagen des Busfahrers sei der jüngere Schüler von dem 13-Jährigen gepackt und zu Boden geworfen worden. „Da bin ich dazwischen gegangen und habe dem Jungen deutlich gesagt, dass er den anderen nicht mehr anfassen soll.“ Eine Aufsichtsperson auf dem Schulhof habe er nicht gesehen, sagt er.

Der Rektor der Schule bestätigt, dass ein Busfahrer bei einer Auseinandersetzung zwischen Schülern eingeschritten sei. Allerdings offenbar so drastisch, dass der 13-Jährige danach vollkommen verängstigt gewesen sei. Der Busfahrer habe dem Siebtklässler sogar mit Schlägen gedroht. Eine Aufsichtsperson sei sehr wohl auf dem Schulhof gewesen.

Der Schüler habe sich seiner Klassenlehrerin anvertraut, die dann im Mittag gemeinsam mit dem Jungen auf den Busfahrer gewartet habe, um mit ihm das Gespräch zu suchen. Dieser Klärung des Sachverhaltes habe sich der 43-Jährige mit deutlichen Worten verweigert. Vielmehr habe er im Beisein der Lehrerin die Drohung sogar wiederholt.

Der Busfahrer bestätigt, dass eine Lehrerin gemeinsam mit dem Schüler mit ihm sprechen wollte. Er erinnert an den zeitlich knappen Fahrplan. „Da gibt es nichts zu diskutieren. Da muss man handeln, habe ich denen gesagt“, berichtet er.

Die Lehrerin hat daraufhin das Busunternehmen, das im Auftrag der RVM die Schüler transportiert, in Kenntnis gesetzt - mit der Folge, dass der Busfahrer, der seinen Chef selbst nicht informiert hatte, die Kündigung bekam.

„Was soll ich machen?“, fragt der Arbeitgeber. Wie die Lehrerin ihm in einem schriftlichen Bericht mitgeteilt habe, habe der Busfahrer den Siebtklässler bedroht, sich einem Gespräch verweigert und die Drohung wiederholt. „Mich als Arbeitgeber hat er gar nicht informiert, obwohl er dazu Zeit gehabt hätte.“ Und: Es sei nicht die erste Beschwerde von Kunden über seinen Angestellten gewesen.

Der Schulleiter betont, dass man mit dem Busfahrer sprechen wollte, um den Sachverhalt zu klären. „Das ist nach meinem Kenntnisstand nicht die Geschichte von einem Mann, der Zivilcourage gezeigt hat, sondern eine Überreaktion gewesen“, sagt er. Der Rektor habe gleichwohl den 13-Jährigen auf sein Fehlverhalten hingewiesen. „Wir dulden keine Gewalt an unserer Schule und schreiten sofort ein.“

Der Busfahrer, der erst seit gut einem Jahr bei dem Unternehmen beschäftigt ist, versteht die Welt nicht mehr. „Gerade in diesen Tagen wird immer wieder Zivilcourage eingefordert. Jetzt bin ich der Dumme.

VON RALF REPÖHLER

25 · 09 · 09


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