Neue Regelungen gestartet

Notdienst sorgt weiterhin für Kritik


Die Notfallpraxis ist in Coesfeld nur noch am Wochenende und feiertags geöffnet - das sorgt für Gegenwind. Beim Kindernotdienst ist alles wie bisher. Foto: vth
Die Notfallpraxis ist in Coesfeld nur noch am Wochenende und feiertags geöffnet - das sorgt für Gegenwind. Beim Kindernotdienst ist alles wie bisher. Foto: vth


Coesfeld - Die am Mittwoch gestartete Reform des Notdienstes in Coesfeld erntet weiterhin Gegenwind. Eine Antwort auf die Schreiben, die Bürgermeister Heinz Öhmann und seine Amtskollegen aus den Nachbarorten an die kassenärztliche Vereinigung (KV) und das NRW-Gesundheitsministerium geschickt haben, ist immer noch nicht eingetroffen. Auch bei vielen Ärzten gibt es Kopfschütteln.

Wie berichtet, ist die Notfallpraxis in Coesfeld für Erwachsene nur noch samstags und sonntags sowie feiertags geöffnet. An den restlichen Tagen müssen Betroffene nach Dülmen fahren. Der Kinder-Notdienst ist davon nicht betroffen und kann weiterhin auch werktags in Coesfeld aufgesucht werden.


Bei Patienten habe es Nachfragen und vereinzelt Unsicherheiten gegeben, und vor der Notfallpraxis hätten einige vor verschlossener Tür gestanden, heißt es aus der Coesfelder Praxis nach dem Start der neuen Regelung. "Aus unserer Sicht als Kinderärzte verlief alles gut", sagt Kindernotdienst-Beauftragter Dr. Dieter Göhler. Mit 25 Kindern sei die Notfallpraxis brechend voll gewesen.

Kinder machten auch vor den Änderungen den größten Anteil unter den Patienten aus. Das Argument der KV, den Notfalldienst für Erwachsene werktags aus wirtschaftlichen Gründen nach Dülmen zu verlegen, hält Göhler von daher für fraglich. "Wir müssen hier in Coesfeld doch sowieso Personal und Räume vorhalten", sagt der Kinderarzt aus Havixbeck. "Mit Dülmen schafft man eher ein weiteres Angebot."

In Dülmen sei der Start unproblematisch verlaufen, heißt es. Obwohl aus dem Coesfelder und aus dem Lüdinghausener Raum nun Patienten nach Dülmen fahren müssen, sei ein Ansturm ausgeblieben, sagt Hubertus Hovestadt, Sprecher des Dülmener Ärztenetzes. Nur sechs bis acht Patienten hätten am Mittwoch überhaupt die Notfallpraxis in Dülmen aufgesucht.

Andrerseits verirrten sich auch kaum Kranke in die Notfallpraxis Coesfeld. "Die wenigen, die kamen, waren schwerere Fälle und mussten im Krankenhaus behandelt werden", erläutert Göhler. "Dass die nicht nach Dülmen gefahren sind, war also richtig."

Am Donnerstag (9..2.) beschäftigt das Thema erneut die Politik. Der Rat stimmt über die bereits vom Hauptausschuss auf den Weg gebrachte Resolution ab. Darin wird gefordert, dass die Notfallpraxis zusätzlich zum Wochenende mindestens mittwochs und freitags geöffnet sein soll. Einen direkten Einfluss auf die Entscheidungen der Kassenärztlichen Vereinigung hat die Politik vor Ort jedoch nicht.



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