Coesfeld (fsk). Wer auch immer der Überzeugung war, dass Irish Folk und elektrische Gitarren nicht zusammenpassen, wurde in der Fabrik auf erfreuliche Weise eines Besseren belehrt. Die Bands "Damniam" und "Mr. Irish Bastard" gaben sich die Ehre und schenkten der Coesfelder Musikszene einen atemberaubenden Abend.
"Die sind cool", lobte ein Zuhörer die Support-Band "Damniam" aus Münster. Das Quartett gab Vollgas und wirbelte über die Bühne. Zwischen den melodischen, teils mehrstimmigen Songs im Stil von Green Day und Bily Talent ermutigte Sänger "Buschti" das Publikum stets bemüht, nach vorne zu kommen, zu tanzen oder zumindest das Bierglas auf die Band zu erheben.
Nach dem Auftritt der Newcomer herrschte erst einmal Stille. Gänsehaut verbreitete sich unter dem Publikum. Die Discothek wurde mit Nebel und Schwarzlicht verdunkelt. Bis zur Unkenntlichkeit. Rhythmische, tiefe Trommeltöne, ließen auch die letzten Nackenhaare vor Spannung zu Berge stehen. Ein geschrienes "Eins, zwei, drei, vier!" und ein Kugelblitz erhellten den Club - passend dazu setzten Gitarre, Bass, Mandoline, Akkordeon, Whistle und die unverkennbare Stimme des Sängers "Mr. Irish Bastard himself" ein. Das Publikum schien wie ausgetauscht, sprang und tobte zum Irish Folk-Rock von "Mr. Irish Bastard". Drei Lieder spielten die Münsteraner, bevor sie eine erste Ansage loswurden und sich sogleich für das zahlreiche Erscheinen der Zuschauer bedankten.
Beim zweiten Musikblock legte der Sänger seine Gitarre beiseite und stand, sein Mikrofon in der geballten Faust, "Face to Face" zur ersten Reihe. Wer es noch nicht mitbekommen hatte, dass die "Bastards" auf ihrem aktuellen Album Songs der Punk-Urgesteine "Sex Pistols" covern, horchte erstaunt auf, als mit der Whistle das Intro zu "God Save the Queen" erklungen und "Anarchy in the UK" sich anhörte als wäre der Song in den Irischen Highlands entstanden.
Ein auf die Boxen kletternder Banjo-Spieler, ein von der Bühne auf die Arme der Fans springender Bassist und ein Spaziergang der Flötistin durchs Publikum bewiesen, dass auch die Band nicht umsonst immer wieder gerne und mittlerweile zum dritten Mal in die Fabrik nach Coesfeld kommt.