VELEN (rpl). 2012 steht vor der Tür - und damit der Beginn der viel diskutierten Dichtheitsprüfungen für private Kanalanschlussleitungen. Ein anschauliches Bild über den technischen Ablauf einer solchen Überprüfung hat sich am Mittwochnachmittag der Umweltausschuss verschafft. Von den Mitarbeitern eines Fachunternehmens ließ sich das Gremium eine Kamera-Inspektion des Kanalsystems unter der Andreasschule vorführen.
Die Kamera, die Kanalinspektor Heinrich Finke für diese Tauchfahrt durch die unterirdische Rohrwelt mitgebracht hatte, erinnerte an einen überdimensionalen Wurm, der seinen knapp faustgroßen Kopf auf Kommando mit dem Steuerhebel hin und her wand. Die Besonderheit dieser Konstruktion sei, so erläuterte der Fachmann den Politikern, dass der Kamerakopf nicht nur in alle Richtungen „schauen“ könne, sondern auch in sich beweglich sei - und damit ferngesteuert um Ecken herum oder in Abzweigungen hinein geführt werden könne.
Über ein 75 Meter langes Kabel mit der „Bodenstation“ verbunden, wird der Kopf über einen Minibildschirm durch die unteridischen Gänge gesteuert. Dabei zeichnet die Kamera nicht nur detaillierte Farbaufnahmen von den Innenwänden der Kanäle auf, sondern speichert auch einen Plan der jeweils zurückgelegten Wegstrecken. Auf diese Weise, so der Fachmann, werden Schäden im Kanalsystem erkannt und exakt lokalisiert.
Ausgangspunkt für die unterirdische Tauchfahrt sei jeweils der Kontrollschacht, der auf jedem Grundstück vorhanden sein sollte. Von dort aus werde die Kamera ins Kanalnetz eingeführt. Sollte ein Zugang über den Kontrollschacht ausnahmsweise nicht möglich sein, könne die Kamera notfalls auch über Kanalanschlüsse im Haus eingesetzt werden. Dies sei aber in der Regel erheblich aufwändiger als die „Fahrt“ vom Kontrollschacht aus.
Die Kosten für eine solche „Kanalfahrt“ bezifferten die Fachleute in der anschließenden Sitzung des Umweltausschusses mit 200 bis 500 Euro.
Seine Bedenken wegen der Kosten, die mit der Dichtigkeitsprüfungen und der anschließend oft erforderlichen Sanierungen auf die Bürger zukämen, machte dabei Rainer Nolden (CDU) deutlich. Nolden stellte auch die „Vorreiterrolle“ des Landes NRW in Frage: „Viele Länder machen das nicht mit und bürden ihren Bürgern diese Kosten nicht auf“, betonte der Christdemokrat. Vor diesem Hintergrund erteilte der Umweltausschuss der Verwaltung den Auftrag, noch einmal zu klären, ob der vorgesehene Start der Dichtheitsprüfungen für 2012 nicht doch noch einmal hinausgeschoben werden könne.
Aktuelles zur Dichtheitsprüfung:
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