Beurteilung der Pflege

Bestnote für das Antoniushaus


Heimleiter Markus Schneider (stehend) und Pflegedienstleiterin Barbara John (stehend, rechts) freuen sich mit den Bewohnern über das sehr gute Ergebnis.Foto:
Heimleiter Markus Schneider (stehend) und Pflegedienstleiterin Barbara John (stehend, rechts) freuen sich mit den Bewohnern über das sehr gute Ergebnis.Foto:
(Anne Alichmann)


Schöppingen - Geprüft und für sehr gut befunden: Das Antoniushaus in Schöppingen hat jetzt bei einer Beurteilung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen die Gesamtnote 1,0 bekommen.

„Wir freuen uns sehr über das überdurchschnittliche Ergebnis“, sagt Geschäftsführer und Heimleiter Markus Schneider. Er sei jedoch überzeugt, dass die Pflege und Betreuung der Bewohner bei der letzten Prüfung vor zwei Jahren ebenso gut war. Damals hatte das Antoniushaus mit der Note 2,0 abgeschlossen.


Trotz der erfreulichen Beurteilung in diesem Jahr: Ob des Verfahrens herrscht bei Markus Schneider Unmut. Er kritisiert den großen Einfluss, den die Dokumentation auf die Bewertung hat. „Was nicht auf einem Zettel geschrieben steht, gilt als nicht gemacht beziehungsweise nicht vorhanden.“

Das bedeutet für das Seniorenheim einen enormen Aufwand, wenn es bei einer Prüfung gut abschneiden will: Eine examinierte Fachkraft verbringe inzwischen täglich etwa 30 Prozent ihrer Arbeitszeit nur mit der Dokumentation, erläutert die Pflegedienstleiterin Barbara John. Welche Zahnpasta benutzt wird oder welche Creme - alles müsse verschriftlicht werden. „Diese Zeit würden wir unseren Bewohner gerne direkt zukommen lassen“, sagt John.

Eine neue Methode muss her, finden die Verantwortlichen des Antoniushauses: Deshalb beteiligt sich das Schöppinger Seniorenheim zusammen mit 40 weiteren stationären Einrichtungen der Altenhilfe in der Diözese Münster an der Erprobung einer alternativen Ergebnis- und Lebensqualitätserhebung. „Dieses Verfahren setzt auf ein kontinuierliches Qualitätsmanagement in den Einrichtungen selbst und somit auf ein hohes Maß an Selbstverantwortung“, erklärt Heimleiter Markus Schneider. Es bewerte die Entwicklung sämtlicher Bewohner über einen Zeitraum von einem Jahr und nicht - wie im jetzigen System - stichprobenhaft den Zustand einiger weniger Bewohner am Tag der Prüfung. Zu dem alternativen System gehöre außerdem eine Befragung aller Angehörigen.

Für das Antoniushaus bedeute die Teilnahme an der Erprobungsphase zwar zunächst einen Mehraufwand. „In der Hoffnung auf die Einführung eines verbesserten Systems stellen wir uns dem aber gerne“, sagt Schneider. Denn letztlich käme es vor allem darauf an, motivierte Mitarbeiter zu haben. „Sie gewährleisten die bestmögliche Versorgung unserer Bewohner.“

 

VON ANNE ALICHMANN, GRONAU


01 · 02 · 12





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