Die Vergangenheit der Weersche


Warm eingepackt mit Mütze und Schal: Einige Heimatfreunde aus Eggerode wanderten gemeinsam nach Osterwick - trotz des schlechten Wetters.Foto:
Warm eingepackt mit Mütze und Schal: Einige Heimatfreunde aus Eggerode wanderten gemeinsam nach Osterwick - trotz des schlechten Wetters.Foto:
(Alfons Körbel)


SchöppingeN-Eggerode - Das Wetter hatte doch etliche Heimatfreunde abgeschreckt, die Winterwanderung des Heimatvereins Eggerode mitzumachen. Dennoch hatten sich am Ende einige Wanderer zusammengefunden, die sich gen Osterwick auf den Weg machten.

Dieser führte über den Hof von Heinrich Kleining und durch den Grafenwald zur Wersche. Bis nach dem Krieg gab es dort ein „Richtpättken“, das der Briefträger mit dem Fahrrad befuhr, um die Post zum Hof Kleining zu bringen. Dieser liegt bereits auf Rosendahler Gebiet und gehört zu Osterwick. Die Familie orientierte sich, was Kirche und Schule anging, aber immer nach Eggerode.


Der Hof Kleining war lange Zeit Deckstation mit Kalt- und Warmbluthengsten, erfuhren die Wanderer. Die Söhne Heinrich und Paul waren aktive Reiter im ländlichen Reiterverein Osterwick, der unter Reitlehrer und Gestütswärter Ernst Lüdecke sehr erfolgreich war und auf einen Sieg der Westfalenmeisterschaft im Mannschaftsreiten zurückschauen kann. Zur Siegermannschaft 1958 gehörten die Reiter Reinhard Klostermann, Josef Fleige, Theo Sengenhorst und Josef Weuler.

Am ehemaligen Haus Weersche wurden die Winterwanderer von den Besitzern Lisa und Helmut Wernsmann empfangen. Der Kaffeetisch war schon gedeckt. Helmut Wernsmann konnte den Eggerodern einiges zur Geschichte des Hauses erzählen. Der Bereich der mittelalterlichen Burganlage zeichnet sich durch die noch vorhandenen Gräften deutlich ab. Im Dreißigjährigen Krieg ist die Burg nach der Überlieferung abgebrannt. Ein Nachfolgebau diente später als Wohnsitz der Förster des Grafen Droste zu Vischering. Heute ist das dort bestehende Haus Alterssitz der Familie Wernsmann.

Als Weersche wurde das Ödland bezeichnet, das sich im Norden von Schöppingen-Heven bis zum Osten um das Dorf Osterwick hin erstreckte. Dort lag auch die sogenannte Allmende, der Gemeindegrund.

Die Weerscher Mark wurde bereits im elften Jahrhundert im Heberegister des Klosters Werden erwähnt. 1351 hatte der Burgmann Stryck dem Mutterkloster Groß-Burlo den Hof „Lütke Wersch“ im Kirchspiel Darfeld vermacht, sodass auf dem Grund dieses Gutes das Kloster Klein-Burlo errichtet werden konnte.

Gestärkt wanderte die Gruppe weiter, um die Gedenkstätte des Klosters der Trappisten aufzusuchen. Diese waren vor der Französischen Revolution nach Deutschland geflohen und hatten 1795 auf dem Rosendahl ihr Kloster errichtet. Freiherr Adolf Droste zu Vischering hatte ihnen dort Land überlassen. Mit der Abdankung Napoleons kehrten die Nonnen im Jahr 1815 nach Frankreich zurück. 1827 übersiedelten die Mönche ins französische Entrammes. Das Kloster wurde abgerissen. Es hatte 30 Jahre auf der Grenze zwischen Darfeld und Osterwick existiert und war zum Überlebensort des Ordens der Trappisten geworden.

Mit einem Essen im Haus Grüner schlossen die Eggeroder Heimatfreunde ihre Winterwanderung ab.

VON ALFONS KÖRBEL, GRONAU


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