Ausbildung zum Musicaldarsteller

Ins Rampenlicht


Konzentriert bei den Proben: Markus Schabbing steht kurz vor dem Abschluss seiner Ausbildung zum Musicaldarsteller. Foto:
Konzentriert bei den Proben: Markus Schabbing steht kurz vor dem Abschluss seiner Ausbildung zum Musicaldarsteller. Foto:
(Joop van den Ende Academy)


Heek - Singen, Tanzen, Schauspielern: Die bunte Welt der Musicals hat Markus Schabbing, 22 Jahre alt, schon von klein auf fasziniert: eine Leidenschaft, die er nach dem Abitur an der Canisiusschule zu seinem Beruf machen wollte - nicht ohne aber den Beruf des Bühnenkünstlers an der „Joop van den Ende Academy“ in Hamburg von der Pike auf zu lernen. Das Interview entstand kurz vor seiner Abschlussvorstellung.

Woher kommen Sie gerade?



Schabbing: Aus der Probe, aber noch nicht der letzten für heute. Am Abend ist Generalprobe.

Lässt sich einen Tag vor der Vorstellung denn noch viel machen?

Schabbing: (lacht) Und wie. Korrekturen und Verbesserungen - das ist möglich, bis sich der Vorhang hebt.

Welche Rolle spielen Sie denn?

Schabbing: Wir spielen Stephen Sondheims Musical-Komödie „Company“, einen Broadway-Klassiker. Ich bin der Harry: ein an sich glücklich verheirateter Mann, der mit seiner Frau Sarah aber gerade eine turbulente Zeit erlebt.



Nach fünf Semestern sollen Sie in dem Abschlussprojekt die erlernten Fähigkeiten unter Beweis stellen. Wie läuft das ab?

Schabbing: Wir haben nur sechs Wochen Zeit. Am Anfang bekamen wir den Text und das Notenbuch. Als nach drei Tagen mit den musikalischen Proben begonnen wurde, musste das sitzen.

Sind Sie nervös?

Schabbing: Klar, aber ich freue mich vor allem sehr. Endlich ist es so weit, dass wir ein großes Stück auf die Bühne bringen und zeigen können, was wir gelernt haben.

Sie haben ja schon als Schüler in Ahaus und Umgebung an Musical-Produktionen durchaus professionell mitgearbeitet. Wo ist der Unterschied?

Schabbing: Ich habe hier in Hamburg erst diese extreme Genauigkeit in Kleinigkeiten gelernt, die einen Amateur von einem Profi unterscheidet.

Zum Beispiel?

Schabbing: Bei der Choreografie zum Beispiel. Wir proben hier zwei Stunden lang, dass die Hand bei einer bestimmten Bewegung immer an der gleichen Stelle zu sein hat. Und wenn es dann immer noch nicht klappt, noch länger. Das geht so mit jeder Kleinigkeit. Schließlich muss später bei den Aufführungen jeden Tag alles genauso klappen. Für Amateure wäre das ein viel zu großer Aufwand.

Das hört sich anstrengend an . . .

Schabbing: Das ist es auch. Wir sind hier sechs Tage in der Woche ab 8.30 Uhr morgens aktiv. Jazz, Ballett, Modern Dance, dazwischen theoretischer Unterricht und dann wieder Workshops und Proben, oft bis 19 Uhr, manchmal noch viel später.

Macht Ihnen das Musical immer noch so viel Freude wie damals als Schüler?

Schabbing: Und wie! Aber ich habe inzwischen auch die Härte des Berufs kennengelernt. Bei großen Musical-Produktionen jeden Tag ein ganzes Jahr lang immer das Gleiche zu machen auf der Bühne und das mit einer Begeisterung, als sei es stets das allererste Mal, denn die erwartet das Publikum ja mit Recht, ist nicht einfach. Aber ich liebe es.

Wie geht es für Sie weiter?

Schabbing: Wir stehen jetzt fünf Mal mit „Company“ auf der Bühne. Anschließend werde ich eine 45-minütige Ein-Personen-Show vorbereiten - mit eigenen Texten. Das ist der zweite Teil der Abschlussprüfung, eine echte Herausforderung.

Und danach?

Schabbing: Mal sehen. Zum Glück werden Musicals ja immer beliebter beim Publikum. Ich hatte bereits einige Vorsprechen. Wenn ich hier etwas in Hamburg finden würde, wäre das toll. Ich liebe die Stadt.

Kommen Sie denn auch noch mal nach Heek?

Schabbing: Erst vergangenes Wochenende war ich da, als mein Bruder zur Firmung ging.

Etwas ganz anderes: Schauen Sie sich als gelernter Sänger, Tänzer und Schauspieler eigentlich Casting-Shows an, in denen junge Leute all das ohne jede Ausbildung zu leisten versuchen?

Schabbing: Nein, das hat aber vor allem damit zu tun, dass ich gar keinen Fernseher in meiner Wohnung habe und mir auch die Zeit fehlt.

Was sagt man bei Ihnen kurz vor der Vorstellung?

Schabbing: (lacht) Toi, toi, toi!



22 · 02 · 12





TOP ARTIKEL
Topartikel Icon
TERMINSUCHE


Zeitraum:
von Kalender

Fehler: Kein kein gültiges Datum !
Format: dd mm yyyy
bis Kalender
Rubrik:
SOZIALE NETZWERKE


© Dülmener Zeitung - Alle Rechte vorbehalten 2012

Impressum | Datenschutz | AGB | Sitemap
Media-Daten | Netiquette