Ihr Platz: Konzepte auf dem Prüfstand


Erst im letzten Jahr wurde diese Ihr Platz-Filiale an der Hauptstraße frisch renoviert. Jetzt hofft nicht nur das Personal, dass es dort weitergeht. Foto: wr
Erst im letzten Jahr wurde diese Ihr Platz-Filiale an der Hauptstraße frisch renoviert. Jetzt hofft nicht nur das Personal, dass es dort weitergeht. Foto: wr


Gescher. Gestern Morgen auf der Hauptstraße: Reges Kommen und Gehen herrscht in der "Ihr Platz"- Filiale. Kunden, die wie gewohnt ihre Waren und Sonderangebote in den Regalen zusammen suchen. Verkäuferinnen, die ihren Dienst am Tag nach Bekanntwerden der Insolvenz verrichten wie immer. Und die schweigen: "Wir sind am Montag informiert worden. Mehr dürfen wir nicht sagen", meint eine Angestellte. Seit zwanzig Jahren ist sie bei "Ihr Platz" in Brot und Arbeit. Und nun diese Nachricht für drei festangestellte und fünf Teilzeit-Beschäftigte.

Im fernen Ehingen in Süddeutschland, dem Hauptsitz des Schlecker-Unternehmens, verbreitet dessen Pressesprecher Dr. Alexander Güttler zur selben Zeit Optimismus. Zu regionalen Niederlassungen wie der noch im letzten Jahr frisch renovierten und aufgepeppten "Ihr Platz"-Filiale in Gescher mache man zwar keine Aussagen. Aber dies betont Dr. Güttler im Gespräch mit unserer Zeitung ein ums andere Mal: "Es geht uns um uneingeschränkte Betriebsfortsetzung." Das bedeute, dass die Konzepte sowohl für die Schlecker- als auch die Ihr Platz-Ketten gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter geprüft und überarbeitet würden.


Mit den Ängsten der Mitarbeiter setze man sich, unterstützt von der Personalabteilung, "intensiv auseinander" und plane "eine größere Initiative".

Einzuhalten seien dabei die formalen Wege einer Insolvenz, im Klartext: Sicherung der Gehälter, Sicherstellung der Belieferung, Insolvenzgelder. Innerhalb einer dreimonatigen Frist müsse das so genannte Insolvenzplanverfahren und damit die Einigung mit Gläubigern über die Bühne gebracht sein.

Dabei sei es Ziel, einen Großteil der Filialen zu erhalten und zu schauen, welche als sicher gelten können. Ohne Frage stünden da die Chancen für Märkte gut, die tiefschwarze Zahlen schreiben, beliebte Anlaufstellen an ihren Standorten und frisch renoviert seien.

Management und die Familie Schlecker "streben an, sich von solchen Niederlassungen zu trennen, die in den roten Zahlen stehen."Das Unternehmen werde weitere Details transparent machen "sobald wir können", betonte der Pressesprecher abschließend.



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