Das Spionagewesen des Kalten Kriegs präsentiert sich in den Romanen von John Le Carré ganz anders als gewohnt: Nirgendwo ein Womanizer wie James Bond, der martinischlürfend zwischen Karibik und Schweizer Bergwelt herumjettet, und nirgendwo Jason Bourne, der die technologischen Möglichkeiten des Internet-Zeitalters nutzt. Stattdessen: schwerfällige Protagonisten, koordinierte Aktionen, Bürokratie.
Der schwedische Regisseur Tomas Alfredson, bekannt geworden durch seine großartig melancholische Vampir-Variation „So finster die Nacht“, hat Le Carrés berühmtes Buch „Tinker, Tailor, Solr, Spy“ nun geradezu kongenial neu verfilmt: als Kammerspiel großer Schauspieler mit eingefrorenen Gesichtszügen, als Pokerspiel der Heimlichtuer in Grau-, Braun- und Sepiatönen.