Träumerischer Folkrock
Field Division: Auf den Spuren von Fleetwood Mac

Stevie Nicks und Lindsey Buckingham, die beiden Fleetwood-Mac-Ikonen der 70er Jahre, gibt's jetzt auch in jünger: Das Duo Field Division lässt die berühmte Ära des kalifornischen US-Folkrocks wieder auferstehen.

Mittwoch, 18.07.2018, 06:00 Uhr

Träumerischer Folkrock: Field Division: Auf den Spuren von Fleetwood Mac
Foto: Asher Moss

Berlin (dpa) - Auf dem Cover ihres Debütalbums sind Evelyn Taylor und Nicholas Frampton alias Field Division schemenhaft vor einer Seelandschaft mit prachtvollem Sonnenuntergang zu sehen. Es ist eine kongenial zu ihrer Musik passende Szenerie.

Denn Field Division machen auf «Dark Matter Dreams» (Bella Union/Pias) einen träumerischen Folkrock, der exakt solche Bilder im Kopf wachruft. Ein bisschen Hippietum, sonnig-warme Gefühle, viel Pärchen-Romantik (siehe auch die schmusigen Website-Fotos des Duos) - und viele schöne Melodien, die sich auf 60er- und 70er-Jahre-Helden wie Fleetwood Mac oder Love beziehen.

Modernere Vorbilder von Taylor/Frampton dürften die Neo-Americana-Bands The War On Drugs, Fleet Foxes oder Midlake sein - ihrerseits Musiker mit starken Wurzeln in den goldenen Jahren des US-Folkpops. Das Duo aus Des Moines/Iowa gehört mit seinen offen kommunizierten Bezügen zur Laurel-Canyon-Szene also einer anwachsenden Welle von Bandprojekten an, die ganz bewusst das Rock-Rad nicht neu erfinden wollen.

Ist aber auch gar nicht weiter schlimm. Denn Field Division verbeugen sich stilecht und kompetent vor der 45 Jahre zurückliegenden Ära. Das fängt beim Fototapeten-Cover an, geht weiter über Songtitel wie «Big Sur, Golden Hour» oder «Innisfree (Let's Be The Peace Now)», und hört bei der Sitar von «Siddhartha» noch nicht auf.

Zumal Taylor als moderne Stevie-Nicks-Variante und Frampton als dazu passender Lindsey-Buckingham-Verschnitt ihren Job als Sänger einfach toll machen, bei wechselnden Lead-Vocals oder auch mit wunderbaren Chor-Arrangements (etwa im prachtvollen Album-Highlight «Lay Cursed»).

Vor allem in der zweiten Hälfte erzeugt diese von Midlake-Drummer McKenzie Smith co-produzierte Platte eine erstaunliche Sogwirkung - etwa im fast achtminütigen Closer «This Is How Your Love Destroys Me», mit dem Taylor/Frampton endgültig beim Sound von Fleetwood Macs Meilenstein «Rumours» angekommen sind. Unter all den Retro-Alben der vergangenen Jahre gehört «Dark Matter Dreams» gewiss zu den besseren.

Konzert: 24.9. Berlin (mit Erika Wennerstrom)

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