Mi., 19.10.2016

Mit großem Frauenchor Katie Melua in Winterstimmung

Katie in Tiflis, Georgien.

Katie in Tiflis, Georgien. Foto: Pip

«Ketevan» lautet der georgische Vorname von Katie Melua, die ihr sechstes Album so genannt hat. Auch ihr neues Werk hat wieder viel mit Georgien zu tun.

Von dpa

Berlin (dpa) - Auch wenn Katie Melua in London aufgewachsen ist, ihre georgische Heimat, die sie als Kind mit ihren Eltern verlassen hat, ist immer noch in ihrem Herzen. Unverrückbar.

Es war eine entbehrungsreiche und von Armut geprägte Kindheit: «Fließendes Wasser zu haben und die Möglichkeit, eine Lampe anschalten zu können, sind faszinierender für mich als die Millionen auf dem Konto», sagte sie einmal der «Berliner Zeitung».

Georgien, das Katie Melua immer wieder regelmäßig besucht, aber ist so viel mehr für die Sängerin: «Das Wetter und die Landschaft dort sind fantastisch. Die Leute haben ein großes Herz», sagte sie kürzlich im Interview mit der «Kronenzeitung». Und Georgien ist voller Musik.

«In Winter» heißt das neue Album von Katie Melua, mit dem sie den Reigen der (vor)weihnachtlich gestimmten Alben eröffnet. Und das macht sie diesmal nicht ganz allein: Unterstützung hat sie sich vom vielstimmigen Gori Frauenchor aus Georgien geholt - und probiert etwas für sie völlig Neues aus.

Das Projekt sei anders als alles, was sie bisher gemacht habe, verriet Melua schon vor zwei Jahren im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. Ein wenig unheimlich sei es, und berauschend: «Dazu gehört, dass ich in mein Heimatland zurückkehre und von Georgien aus arbeite. Das wollte ich schon immer machen.»

Das Ergebnis ist himmlisch - so harmonisch sind die Stimmen in dem Opener «The Little Swallow» ineinander verwoben. Das sanft dahinschwebende A-capella-Stück, ein traditionelles ukrainisches Weihnachtslied, gibt die Stimmung des Albums vor, das sich mit einer seeligen Transzendenz gegen das Chaos dieser Welt zu stemmen scheint.

Und es fließt weiter - sehr, sehr gemächlich: In Joni Mitchells «River» greift Katie Melua zur Gitarre, während der Gori-Chor watteweich den Hintergrund auspolstert. Vielmehr braucht es nicht in diesem auf das Wesentliche reduzierten Album, das sich ganz dem Winter hingibt.

Die sakrale Stimmung durch den Chor bekommt dabei hin und wieder einen leichten Zug ins Mystische, wie in dem entrückten «Perfect World», in das sich ein paar Pianotupfer und verhaltenes Schlagwerk eingeschlichen haben. Mit Songs wie «A Time To Buy» aber holt uns Katie Melua mit einem akzentuierten Standbass wieder auf die Erde zurück.

Katie Meluas Album «In Winter» macht Lust, sich mal wieder den französischen Film «Die Kinder des Mathieu» anzusehen. Es macht Lust auf den Winter und auch auf Georgien. Meluas Wagnis, ihrem Pop- und Jazz-Universum mit Traditionals, Coverversionen und Eigenkompostionen und einem berückenden Frauenchor eine äußerst stimmungsvolle und völlig neue Note zu geben, ist mit einem wunderschönen Album belohnt worden, das man getrost auch schon im Herbst auflegen kann.

Mit dem Gori Frauenchor geht Katie Melua auch auf große Tournee. Sie tritt auf in Frankfurt (28.10.), Nürnberg (29.10.), München (30.10.), Düsseldorf (2.11.), Kiel (7.11.), Berlin (16.11.) und Hamburg (16.11.)

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