Hallen-WM
Bronze und Tränen: Bielefelder Hochspringer Przybylko einfach nur happy

Mateusz Przybylko aus Bielefeld hat nach 29 Jahren wieder eine Medaille für deutsche Hochspringer bei einer Leichtathletik-WM gewonnen. In der Halle schafft das zuletzt ein gewisser Dietmar Mögenburg. Und Jungstar Konstanze Klosterhalfen? Sie wird ihren Weg gehen.

Freitag, 02.03.2018, 08:09 Uhr

Hochspringer Mateusz Przybylko war nach seiner Bronzemedaille bei der Hallen-WM überglücklich.
Hochspringer Mateusz Przybylko war nach seiner Bronzemedaille bei der Hallen-WM überglücklich. Foto: Sven Hoppe

Birmingham (dpa) - Auf dem Siegerpodest schimmern Tränen in den Augen des Hochsprung-Helden Mateusz Przybylko, er winkt ins Publikum, er lacht und streichelt seine Bronzemedaille. Nein, die gibt er nicht mehr her, die behält er.

«Die wollten meinen Namen da eingravieren, aber da hätte ich sie ja abgeben müssen, und das hätte bis Samstag gedauert», erzählte Przybylko, aus deutscher Sicht der Mann des Abends in Birmingham. «Da will ich doch schon nach Hause.»

Nach 29 Jahren hat ein deutscher Hochspringer wieder Edelmetall bei einer Hallen-WM erkämpft - zuletzt hatte das Dietmar Mögenburg geschafft, 1989 in Budapest waren seine 2,35 Meter Silber wert, immerhin sechs Zentimeter mehr als Przybylko in der Arena Birmingham. Der Kubaner Javier Sotomayor triumphierte damals mit 2,43 Metern - Weltrekord.

Przybylko hat polnische Eltern, sein jüngerer Bruder Kacper ist Fußballprofi beim 1. FC Kaiserslautern. «Aber ich bin in Deutschland geboren, und ich bin froh, dass ich für Deutschland eine Medaille geholt habe», sagte er nach seinem Bronze-Coup in einem nervenaufreibenden Wettkampf. Bei 2,25 Meter war der Höhenflieger von Bayer Leverkusen fast raus, diese Trainingshöhe schafft er erst im dritten Anlauf.

«Ich steh da mit einer Medaille, ich bin einfach nur happy! Ich will jetzt nur noch nach Hause, ich bin kaputt und müde«, erzählte der Bielefelder. Ob sich die Eltern oder die Brüder inzwischen gemeldet haben? «Ich weiß gar nicht, wer mein Handy hat, mein Trainer oder mein Physio? Ich glaube, mein Handy wird explodieren, aber egal - heute ist ja mein Tag!»

Der Abend seiner Vereinskollegin Konstanze Klosterhalfen war es jedenfalls nicht. Die 21-Jährige aus Leverkusen wurde über 3000 Meter in 8:51,79 Minuten nur Siebte und verpasste damit die erste Medaille für eine deutsche Läuferin auf dieser Strecke seit der WM-Premiere im Jahr 1985 um fast sieben Sekunden.

Doch «Koko», wie sie in der Szene genannt wird, gehört die Zukunft. «Wenn ich im Sommer Siebte bei der WM geworden wäre, wäre ich auch super zufrieden gewesen. Jetzt geht es in ein paar Tagen schon ins Trainingslager, um den Sommer vorzubereiten. Da freue ich mich total drauf», sagte sie.

 

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