Königsklassen-Endspiel
Klopp und Liverpool wollen Madrid entthronen

Kiew -

Es ist ein Champions-League-Finale, das hochklassigen Fußball verspricht. Liverpool mit seinem Angriffsfußball gegen all die Cleverness von Titelverteidiger Real Madrid. Die Reds wollen nach 13 Jahren wieder auf den Thron, Real winkt indes der Hattrick.

Samstag, 26.05.2018, 15:25 Uhr

Wollen Reals dritten Titel in Folge verhindern: Liverpool-Coach Jürgen Klopp (r) und Superstar Mohamed Salah.
Wollen Reals dritten Titel in Folge verhindern: Liverpool-Coach Jürgen Klopp (r) und Superstar Mohamed Salah. Foto: Ina Fassbender

Trainer Jürgen Klopp will mit dem FC Liverpool im Champions-League-Finale Titelverteidiger Real Madrid entthronen. Die Reds gehen heute (20.45 Uhr MESZ) im Olympiastadion von Kiew gegen den spanischen Fußball-Rekordmeister aber als Außenseiter ins Spiel.

Real vs. Liverpool - Finale der Gegensätze

1/12
  • Zinédine Zidane gegen Jürgen Klopp, Weltfußballer Cristiano Ronaldo gegen Top-Torjäger Mohamed Salah: Das Champions-League-Endspiel zwischen Titelverteidiger Real Madrid und dem FC Liverpool am Samstag (20.45 Uhr) im Olympiastadion in Kiew verspricht viel Spannung. Wer setzt sich durch? Die zwei Teams im Vergleich.

    Foto: dpa
  • TOR: Nach einer holprigen Anlaufzeit hat sich Loris Karius seit Jahresbeginn als Nummer eins in Liverpool etabliert. Sechsmal stand bei ihm in der Champions League die Null, besser war kein anderer Keeper. Trotzdem gibt es immer wieder Kritik für den jungen Deutschen.

    Foto: dpa
  • Nicht anders ergeht es Keylor Navas in Madrid. Wenn es darauf ankommt, ist der Mann aus Coasta Rica aber da. Wie im Halbfinale gegen den FC Bayern München, als er mit einigen Paraden das Weiterkommen sicherte. Fazit: ausgeglichen

    Foto: dpa
  • ABWEHR: Für 84 Millionen Euro hat Liverpool im Winter Virgil van Dijk geholt. Der Niederländer ist damit der teuerste Abwehrspieler der Welt und hat der Defensive der Reds mehr Stabilität gegeben. Trotzdem sind die Engländer hinten anfällig, auch weil sich Dejan Lovren immer wieder Fehler leistet. Auf der Außenbahn ist der erst 19-jährige Trent Alexander-Arnold noch recht unerfahren. So ließ Liverpool gleich sechs Gegentreffer in den Halbfinals gegen die AS Rom zu.

    Foto: dpa
  • Bei Real hält Sergio Ramos die Abwehr zusammen, an seiner Seite spielt der Franzose Rahael Varane einen guten Part. Auf der linken Außenbahn ist Marcelo ein Leistungsträger, rechts sichert Dani Carvajal die Seite ab. Vorteil Real.

    Foto: dpa
  • MITTELFELD: Weltmeister Toni Kroos und der Kroate Luka Modric sind schon seit Jahren ein eingespieltes Team im Real-Mittelfeld. In der Zentrale sollen Mateo Kovacic oder der rustikalere Brasilianer Casemiro für Ordnung sorgen. 

    Foto: dpa
  • Bei Liverpool bearbeiten der unermüdliche James Milner (rechts auf dem Bild mit Emre Can) sowie Kapitän Jordan Henderson und der Niederländer Georginio Wijnaldum das Mittelfeld und spielen bei Klopps Pressing-Fußball eine wichtige Rolle. Fazit: Die Klasse spricht für Real.

    Foto: dpa
  • ANGRIFF: Mit 15 Toren führt Weltfußballer Cristiano Ronaldo die Torjägerliste in der Champions League wieder an, doch in den Halbfinals war vom Portugiesen nichts zu sehen. Dazu spielt 100-Millionen-Mann Gareth Bale eine schwache Saison. Der Franzose Karim Benzema steht auch ständig in der Kritik, konnte gegen die Bayern mit zwei Toren aber überzeugen. 

    Foto: dpa
  • Bei Liverpool ist der Angriff das Prunkstück. Premier-League-Torschützenkönig Mohamed Salah, der Senegalese Sadio Mané und Roberto Firmino erzielten in der Königsklasse zusammen 29 Tore. Ein so treffsicheres Trio hat die Champions League noch nie gesehen. Daher Vorteil Liverpool.

    Foto: dpa
  • TRAINER: Es ist das Duell der Gegensätze. Jürgen Klopp hat ein klares System, lässt Liverpool mit viel Pressing spektakulären Angriffsfußball spielen. Ob Mainz, Dortmund oder Liverpool - der deutsche Coach hat jede seiner Mannschaften besser gemacht. 

    Foto: dpa
  • Zinédine Zidane ist indes vor zweieinhalb Jahren ganz oben eingestiegen und hat die Königlichen gleich zu zwei Champions-League-Siegen und einer Meisterschaft geführt. Zidane lässt Real flexibel spielen, die Unberechenbarkeit ist die Stärke der Madrilenen. Fazit: ausgeglichen.

    Foto: dpa
  • FANS: Beide Finalisten sind jeweils mit gut 17 000 Fans in Kiew vertreten. Doch der Lautstärke-Pegel dürfte im Liverpool-Block deutlich höher sein. Oft genug waren die Fans der Reds der zwölfte Mann in Liverpool, auch weil Klopp die Rolle des Einpeitschers versteht. Daher Vorteil Liverpool.

    Foto: dpa

Vor 13 Jahren hatte Liverpool die Königsklasse letztmals gewonnen. Real winkt dagegen der dritte Titelgewinn in Serie, was noch vor Einführung der Champions League letztmals dem FC Bayern in den 70er Jahren gelungen war.

TRIPLE: Real hofft auf den dritten Titelgewinn in Serie. Das ist in der Königsklasse letztmals den Bayern in den 70er Jahren gelungen, als der Wettbewerb noch Europapokal der Landesmeister hieß. Insgesamt wäre es schon der 13. Titelgewinn des spanischen Rekordmeisters.

WARTEZEIT: In den 70er und 80er Jahren waren die Spieler des FC Liverpool die «Kings of Europe». Viermal gewannen sie den Europacup der Landesmeister. Danach kam nur noch ein Erfolg hinzu, der allerdings auf dramatische Weise. 2005 siegten die Reds nach 0:3-Pausenrückstand noch gegen den AC Mailand im Elfmeterschießen.

TITELSAMMLER: Toni Kroos könnte am Samstag zum vierten Mal den Henkelpokal gewinnen. Damit würde er deutsche Fußball-Größen wie Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Uli Hoeneß oder Sepp Maier (je drei Titel) abhängen. Für Kroos' Teamkollege Cristiano Ronaldo wäre es schon der fünfte Erfolg. Zumindest seit Einführung der Champions League hat dies noch kein Spieler erreicht.

FLUCH: Jürgen Klopp und Endspiele - das verlief in der Vergangenheit für den deutschen Coach recht ernüchternd. Die letzten fünf Finals hat Klopp mit seinen Mannschaften alle verloren. Zweimal unterlag der zweimalige Meistercoach mit Borussia Dortmund im DFB-Pokal-Endspiel, einmal im Champions-League-Finale. Mit Liverpool verlor Klopp 2016 das Liga-Pokal- und das Europa-League-Finale. Zum Vergleich: Zinédine Zidane hat mit Real bisher all seine sieben Endspiele als Coach gewonnen.

TORMASCHINE: 46 Treffer hat der FC Liverpool auf dem Weg ins Finale erzielt und dabei einen Rekord aufgestellt. Allein 29 Tore fielen auf die «Fab Three» Mohamed Salah, Sadio Mané und Roberto Fimino. Demgegenüber steht Cristiano Ronaldo, der allein 15 Mal für Real traf und zum siebten Mal Torschützenkönig der Champions League werden dürfte.

SCHIEDSRICHTER: Der Serbe Milorad Mažić wird das Finale leiten. Der 45-Jährige, der seit 2009 internationaler Schiedsrichter ist, war bei der Fußball-WM 2014 und der EM 2016 dabei und leitete im Vorjahr das Confed-Cup-Finale zwischen Deutschland und Chile.

STADION: Das Endspiel findet im Olympiastadion von Kiew statt. Rund 63 000 Zuschauer finden in der Arena Platz, die bereits Austragungsort des EM-Endspiels 2012 war. Real-Kapitän Sergio Ramos dürfte noch beste Erinnerungen an das Finale haben, das Spanien mit 4:0 gegen Italien gewann.

FANS: Beide Clubs werden mit bis zu 17.000 Fans unterstützt. Vor dem Endspiel gab es aber einigen Unmut. Weil in Kiew die Hotelpreise in astronomische Höhen geschnellt waren, schickte Real 1000 Karten zurück. Mehr als 1000 Euro wurden mitunter pro Nacht verlangt. Viele Liverpool-Fans waren wegen der Streichung mehrerer Charterflüge in Not. Der Club, Kiews Bürgermeister Witali Klitschko und dessen Liverpooler Amtskollege Joe Anderson schalteten sich ein.

 

 

Die letzten fünf Finals hat Jürgen Klopp alle verloren:

...
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5767126?categorypath=%2F2%2F62%2F798625%2F819401%2F819514%2F819516%2F819526%2F
Nachrichten-Ticker