Ausstiegsklausel
Nagelsmann verlässt Hoffenheim - Ab 2019 Coach in Leipzig

Julian Nagelsmann sorgt für klare Verhältnisse. Nach den vielen Spekulationen über seinen Weggang von 1899 Hoffenheim ging er nun in die Offensive. Der 30-jährige Trainer kündigte an, nach Saisonende zum Bundesliga-Konkurrenten RB Leipzig zu wechseln.

Donnerstag, 21.06.2018, 19:18 Uhr

Trainer Nagelsmann wird die TSG 1899 Hoffenheim nach der Saison 2018/19 verlassen.
Trainer Nagelsmann wird die TSG 1899 Hoffenheim nach der Saison 2018/19 verlassen. Foto: Uwe Anspach

Hoffenheim (dpa) - Erfolgstrainer Julian Nagelsmann hat für einen einmaligen und überraschenden Knalleffekt gesorgt. Bereits vor der neuen Bundesliga-Saison kündigte der 30-Jährige seinen Abschied von 1899 Hoffenheim an, um ab der Spielzeit 2019/20 zum Liga-Konkurrenten RB Leipzig zu wechseln.

Wie der Fußball-Bundesligist aus dem Kraichgau mitteilte, macht Nagelsmann von einer vertraglich fixierten Ausstiegsklausel Gebrauch. Die Ablösesumme soll nach Medienberichten bei fünf Millionen Euro liegen. Sein Vertrag war ursprünglich bis 2021 datiert.

«Es war mir wichtig, früh für klare Verhältnisse zu sorgen», sagte Nagelsmann, der im Februar 2015 seine Arbeit bei den damals akut abstiegsgefährdeten Sinsheimern aufnahm. Wie die Sachsen bestätigten, erhält Nagelsmann ab Sommer 2019 einen bis 30. Juni 2023 laufenden Kontrakt. Wer Nachfolger von Ralph Hasenhüttl und bei RB  Interimscoach für ein Jahr wird, ist noch offen. Wahrscheinlich ist, dass es Sportdirektor Ralf Rangnick in Personalunion sein wird.

Um Nagelsmann hatte es zuletzt immer wieder Spekulationen gegeben. Bei Bayern München war er als Nachfolger von Jupp Heynckes im Gespräch, ebenso bei Borussia Dortmund für Peter Stöger oder zuletzt bei Real Madrid für Zinédine Zidane. Nagelsmann hatte in der abgelaufenen Saison die TSG in der Bundesliga auf Rang drei und damit erstmals in der Vereinshistorie in die Champions League geführt.

«Ich bin es der TSG und all ihren Mitarbeitern ebenso schuldig wie der Mannschaft und den Fans, diese historische Spielzeit, in der wir zum ersten Mal in der Champions League antreten, nicht mit ständigen Mutmaßungen um meine Person und Zukunft zu belasten», begründete Nagelsmann seinen Schritt. «Nun wissen alle, woran sie sind, und wir können uns professionell auf die anstehenden, schweren Aufgaben konzentrieren.»

Zugleich versicherte er, dass er bis zur letzten Stunde seines Engagements für die TSG «brennen und alles dafür tun werde, unsere ehrgeizigen Ziele zu erreichen.» Deshalb werde er künftig auch keine Fragen zu seinem neuen Arbeitgeber beantworten, sondern sich einzig und allein auf seine Aufgabe in Hoffenheim fokussieren. «In der Branche wird immer Ehrlichkeit verlangt. Die haben wir bewiesen und ich erwarte, dass dies auch respektiert wird», sagte Nagelsmann.

«Wir wussten um die vertraglich fixierte Möglichkeit, die im Profifußball nicht außergewöhnlich ist», kommentierte 1899- Sportdirektor Alexander Rosen das Nagelsmann-Finale in Hoffenheim. Es spreche für den Charakter des 30-Jährigen, dass er so früh für alle Klarheit geschaffen habe. Die TSG habe nun genug Zeit, um sich für die Zukunft gut aufzustellen.

Club-Mäzen Dietmar Hopp hatte bereits Ende vergangenen Jahres bei der Jahreshauptversammlung offen ausgesprochen, dass er mit einem Weggang des begehrten Coaches rechne. «Julian ist ein Ausnahmetrainer. Wir müssen ihn irgendwann klonen», sagte er damals. «Dieser Klon sollte allerdings am 1. Juli 2019 fertig sein.»

Nagelsmann ist seit neun Jahren in Hoffenheim. Zwischen 2008 und 2015 arbeitete er im Nachwuchsleistungszentrum und in der Saison 2012/13 fungierte er auch als Co-Trainer des Profi-Teams. 2015 übernahm er für den erkrankten Huub Stevens die Profimannschaft und schaffte den Klassenerhalt. In der Saison danach führte der jüngste Trainer der Bundesliga-Historie Hoffenheim auf Platz vier der Bundesliga und damit zur ersten Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb.

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