Brauchtum
«Das Ende ist NAHles»: Wagenbauer reißen Karnevalswagen ab

Düsseldorf (dpa/lnw) - In Berlin startet Andrea Nahles womöglich zur SPD-Parteichefin durch, doch bei den Narren in Düsseldorf läuft die Sache anders: Dort wurde am Dienstag das Motto des SPD-Wagens «Genossen - das Ende ist NAHles» buchstäblich in die Tat umgesetzt. Mit Hammer, Akkuschrauber und Zange rissen die Mitarbeiter des Düsseldorfer Wagenbauers Jacques Tilly das Porträt der SPD-Politikerin ab. Insgesamt zerstörten sie zehn der zwölf Mottowagen, die am Rosenmontag durch die Innenstadt gefahren sind.

Dienstag, 13.02.2018, 17:41 Uhr

Wagenbauer Jacques Tilly zerstört einen Mottowagen vom Karneval.
Wagenbauer Jacques Tilly zerstört einen Mottowagen vom Karneval. Foto: Federico Gambarini

Den großen Abriss an der Wagenbauhalle des Bildhauers überlebte der Wagen, der Theresa May mit einem Neugeborenen namens «Brexit» zeigte. «Es gibt derzeit Gespräche darüber, den Wagen nach England zu schicken», berichtete Tilly.

Die bissigen Düsseldorfer Karnevals-Mottowagen sind bereits seit längerem international gefragt. Der Anti-Brexit-Wagen des vergangenen Jahres, der Englands Regierungschefin Theresa May mit Pistole in suizidaler Absicht zeigte, war im Frühjahr 2017 von Brexit-Gegnern für eine Demo in London per Schiff auf die Insel verfrachtet worden. In London tauchte er dann vor der BBC-Zentrale und Mays Residenz Downing Street Nr. 10 auf.

Die Darstellung von May in diesem Jahr habe für «Aufregung» in britischen Zeitungen gesorgt, sagte Tilly. «Ich wusste aber nicht, dass Theresa May gar keine Kinder bekommen kann.» Der Brexit bleibe für ihn eine Missgeburt, der Brexit bringe Großbritannien auf die Verliererstraße.

Auch der Wagen zu Trump und der Russlandaffäre bleibt erhalten. Er soll als Dekoration für die Werkstatt dienen und ein Belegexemplar für Kurse sein.

«Karnevalskunst ist nicht für die Ewigkeit gedacht und für den Sofortverzehr bestimmt», erklärte Tilly den Grund für den schnellen Abriss seiner Kunst. Dennoch sei er froh, dass seine Wagen von Millionen Menschen gesehen wurden.

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