Wohnungspolitik
Gabriel will Mindestquoten für gemeinnützige Wohnungen

Köln (dpa/lnw) - Zur Bekämpfung von Wohnungsnot hat Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel «quartierbezogene Mindestquoten für Wohnungen in Gemeinnützigkeit» angeregt. Damit müsse sichergestellt werden, dass in den Städten «keine neuen Ghettos» entstünden, sondern «gemischte Quartiere», sagte der SPD-Politiker am Mittwoch in Köln. «In Anbetracht der extremen Zustände auf dem Wohnungsmarkt dürfen wir uns keine Denkverbote auferlegen», forderte er. Nötig sei vielmehr ein breiter Instrumentenmix. Dazu gehöre auch die Förderung von Genossenschaften, Wohnungsunternehmen und anderen Bauträgern. «Hierfür muss es auch staatliche Förderung geben, die deutlich über die heute bestehenden Instrumente hinausgeht.»

Mittwoch, 11.01.2017, 17:36 Uhr

SPD-Parteichef Sigmar Gabriel.
SPD-Parteichef Sigmar Gabriel. Foto: Federico Gambarini

Junge Familien fänden heute in Ballungsgebieten wie Köln kaum noch bezahlbaren Wohnraum. Die Mietpreissituation drohe selbst für Gutverdiener «unerträglich» zu werden. Gleichzeitig sei in einigen Stadtquartieren eine schlimme Verwahrlosung eingetreten: So gebe es allein in der Bochumer Straße in Gelsenkirchen 20 sogenannte Schrottimmobilien. Deren Eigentümer lockten gezielt EU-Bürger aus Rumänien und Bulgarien an, «um an deren Scheinselbstständigkeit und am Kindergeld- und Sozialhilfebezug Geld zu verdienen». Das sei für ihn «eine Art modernen Menschenhandels», sagte Gabriel .

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