Kreis Coesfeld
Ein Begriff aus dem Wald

Kreis Coesfeld (vth/pd). In der neuen Serie unserer Zeitung in Zusammenarbeit mit dem Kreis Coesfeld dreht sich alles um Nachhaltigkeit. Kreis-Klimaschutzmanagerin Sarah Rensner beleuchtet das Thema von verschiedenen Seiten.

Mittwoch, 18.07.2018, 17:48 Uhr

Die Wirtschaftsweise verändert sich aktuell – ob Elektromobilität, energetische Gebäudesanierung, vegetarische und vegane Ernährung, Fair-Trade-Produkte, menschenwürdige Arbeitsbedingungen oder Energiewende – alles soll „nachhaltig“ sein. Aber was heißt das eigentlich? Anspruch und Wirklichkeit sowie Ansatzpunkte aus dem Kreis Coesfeld kommen in der Serie zur Sprache.

Die Auseinandersetzung mit dem Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung ist von einem grundlegenden Dilemma geprägt: Während das Thema aufgrund der positiven Aufladung mit Werten wie Umweltschutz, Gesundheitsfürsorge oder globaler Gerechtigkeit gut angenommen wird, kollidieren die Interessen, sobald es um das eigene Handeln geht. Die Veränderung von Alltagsroutinen kann dem entgegenwirken: Die Serie möchte dem Leser beispielhaft Möglichkeiten und Handlungsansätze aufzeigen.

Woher kommt überhaupt das Wort, der Begriff Nachhaltigkeit? Es ist nämlich gar kein neumodisches Wort. Der Begriff Nachhaltigkeit wurde schon Anfang des 18. Jahrhunderts in der Forstwirtschaft geprägt. Es sollte in einem Wald nur so viel abgeholzt werden, wie der Wald in absehbarer Zeit auf natürliche Weise regenerieren kann. „Nach diesen Prinzipen wird unser Wald auch heute noch bewirtschaftet“, erklärt Matthias Schulte Everding vom Forstbetriebsbezirk Baumberge. Er legt großen Wert auf die naturverträgliche Nutzung des Waldes und auf regionale Verarbeitung in nahe gelegenen Sägewerken. „Mit Durchforstungen und Pflegeeingriffen versuchen wir die Bestände zu stabilisieren und fördern Baumarten, von denen wir denken, dass diese Arten für den jeweiligen Standort gut geeignet und zukunftsfähig im Hinblick auf den Klimawandel sind.“

Die Auswirkungen des Klimawandels seien bereits spürbar, sagt Kreis-Klimaschutzmanagement Sarah Rensner. „Wir müssen uns zunehmend auf höhere Temperaturen, eine längere Vegetationsperiode, Trockenheit im Sommer oder extreme Wetterereignisse beispielsweise mit Stürmen einstellen und an nicht mehr vermeidbare Änderungen anpassen.“ Daher seien vermehrt Baumarten wie Eichen, Douglasien, Lärchen oder Weißtannen im Waldbild zu finden.

0 Interessierte können die nachhaltige Waldnutzung in den Baumbergen während einer Wanderung gemeinsam mit Förster Matthias Schulte Everding erleben. Die Wanderung im Rahmen der Aktion „Wald bewegt“ findet am 16. September statt, Treffpunkt ist um 14 Uhr das Restaurant Teitekerl, Lasbeck 43, in Havixbeck.

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