Kreis Coesfeld
Wer hat den schönsten Natur-Garten?

Kreis Coesfeld. Aufs Finale steuert in diesen Tagen der Wettbewerb „Naturnaher Garten“ des Nabu-Arbeitskreises Artenvielfalt zu. Nur noch bis zum 30. Mai können selbst angelegte „grüne Oasen“ dafür angemeldet werden. „Alle Gärtner, die der Natur jetzt schon Platz lassen oder dies vorhaben, ob in einem Reihenhausgarten oder auf einem ehemaligen Bauernhof können mitmachen“, erklärt Arbeitskreis-Sprecher Dr. Detlev Kröger. Und sogar Menschen, die gar keinen Garten haben: „Selbst auf einem Hochhausbalkon ist naturnahes Gärtnern möglich“, weiß er. Überall könne man etwas für die Natur tun.

Donnerstag, 24.05.2018, 19:16 Uhr

Kreis Coesfeld: Wer hat den schönsten Natur-Garten?
So schön bunt kann sich ein naturnaher Garten im Sommer präsentieren. Und davon profitieren dann auch viele Insekten- und Vogelarten. Wer ein solches Paradies schon besitzt oder gerade neu gestaltet, kann sich zum Wettbewerb des Nabu anmelden. Foto: Dr. Detlev Kröger

Hintergrund des Wettbewerbes ist, dass das auch bitter nötig ist. „Viele Gärten sehen momentan sehr schön aus. Die Insekten summen und brummen. Sogar Maikäfer sind schon gesichtet worden“, berichtet Kröger. Aber vielerorts brumme es eben nicht mehr so wie früher. „Die Situation in unserer Natur sieht alles andere als rosig aus“, merkt er an. Örtlich um bis zu 80 Prozent sind die Insekten zurückgegangen, haben Krefelder Forscher ermittelt. Aber Kröger gibt die Hoffnung nicht auf: „Aus den Anfragen der letzten Wochen wissen wir: Viele wollen in Ihren Gärten etwas Gutes für die Natur tun.“

Und darin steckt ein großes Potential. „Siedlungen bedecken ein Viertel der Fläche unseres Bundeslandes“, weiß der Naturschutz-Experte. „Wenn wir auf diesen riesigen Flächen der Natur wieder mehr Raum geben, könnte einiges erreicht werden.“ Diese These stützen auch Wissenschaftler. „In Deutschland gibt es über 15 Millionen Haus- und Schrebergärten, die machen vier Prozent der Landesfläche aus. Wäre nur ein Zehntel dieser Gärten naturnah gestaltet, sinnvoll bepflanzt und bewirtschaftet sowie mit ausreichenden Nisthilfen und einer Ganzjahresfutterstelle versehen, dann könnten darin mindestens 60 Millionen Vögel nisten. Das ist etwa die Hälfte der Anzahl der derzeit bei uns noch vorkommenden Individuen“, erklärt der bekannte Ornithologe Prof. Peter Berthold.

Wie ein Garten naturnah umgestaltet werden kann, zeigt jeden Monat unsere Serie „Natur im Garten“. Die Gärten, die zum Wettbewerb angemeldet werden, bewertet und prämiert eine unabhängige Jury. Den Gewinnern winken Geldpreise, die sie – auf Wunsch – wieder in ihre Gärten und die Natur reinvestieren können: 1. Preis 200 Euro, 2. 100 Euro, 3. 50 Euro, 4. - 6. 20 Euro.

7 Anmelden kann man seinen Garten ganz einfach im Internet.www.artenvielfalt-coesfeld.jimdo.com

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