Wasserversorgungskonzept für Lengerich
Kampf gegen steigende Flut von Einträgen

Lengerich -

Nitrat-Belastung im Trinkwasser? Im Bereich des Wasserwerks Schollbruch „ist das kein Thema“, sagt Johann Knipper. Etwas anders stellt sich die Situation im Wasserwerk Brochterbeck dar, so der Geschäftsführer des Wasserversorgungsverbandes Tecklenburger Land (WTL). Dort werden im Durchschnitt 21 Milligramm je Liter gemessen. „Dieser Wert ist sehr konstant, damit kann man leben“, so seine Einschätzung.

Mittwoch, 11.07.2018, 13:00 Uhr

Das Wasserwerk Schollbruch. 
Das Wasserwerk Schollbruch.  Foto: Michael Baar

Was aber eine Momentaufnahme ist, blickt man in das Wasserversorgungskonzept für die Stadt Lengerich. Eine intensive landwirtschaftliche Produktion und Viehzucht ist im Einzugsgebiet des WTL gang und gäbe. Nicht nur in den Einzugsbereichen der beiden Wasserwerke, die die Stadt mit Trinkwasser beliefern.

Das Thema Mikroplastik sei zu neu und deshalb in den Brunnen, aus denen der WTL das Trinkwasser gewinnt, noch nicht angekommen. „Das macht uns keine direkte Sorge“, sagt er in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses. „Wir behalten es aber im Blick.“

Anders die Situation bei den PSM-Metaboliten. Das sind Produkte, die beim Abbau von Pflanzenschutzmitteln oder bei der Reaktion im Boden entstehen. Die seien in den vergangenen Jahren verstärkt nachgewiesen worden. Zudem seien sie mit konventionellen Aufbereitungstechnologien nicht zu entfernen.

Langfristig, daran lässt Johann Knipper keinen Zweifel, würden die hohen Nitrateinträge aus der Landwirtschaft nicht mehr über Nitratabbauvorgänge im Boden kompensiert werden können. Wenn das nicht mehr laufe, würden nicht nur beim Nitrat die Grenzwerte überschritten. Ansteigende Sulfat- und Eisenwerte seine eine weitere Folge – und bedürften entsprechender Aufbereitungskapazitäten. „Wenn das Nitrat eliminiert werden muss, wird der Wasserpreis drastisch steigen“, nimmt er kein Blatt vor den Mund.

Wobei der WTL sich bereits bemüht, den Nitrateintrag zu minimieren. Dazu werden landwirtschaftliche Flächen, wenn sie im Einzugsbereich der Wasserwerke liegen, gezielt gekauft oder per Pacht aus der Produktion genommen. Stattdessen werden diese Fläche durch Graseinsatz extensiv bewirtschaftet. Düngung und Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gehören dort der Vergangenheit an.

Bereits seit 24 Jahren gibt es Kooperationen zwischen Landwirtschaft und Wasserwirtschaft mit dem Ziel, Konzepte für eine gewässerschonende Bewirtschaftung zu entwickeln und zu fördern. Dazu zählen unter anderem Düngeplanung und -bilanz, gezielter und auf die jeweilige Pflanze abgestimmter Nährstoffeinsatz, Grasuntersaaten sowie die Schaffung größerer Lagerkapazitäten für Gülle. Was das gebracht hat? „Bisher konnten Teilerfolge erzielt werden“, heißt es im Entwurf des Konzepts. Gleichwohl wird noch erhebliches Optimierungspotenzial gerade in Sachen Nitrat- und PSM-Belastung gesehen.

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