Auswertung des Deutschen Wetterdienstes
Tecklenburger Land: Hochburg des Starkregens

Westerkappeln/Tecklenburger Land -

Im Tecklenburger Land schüttet es häufiger als anderswo wie aus Eimern. Das ist jetzt amtlich. Lengerich ist sogar in Nordrhein-Westfalen eine der Hochburg des Starkregens

Freitag, 22.06.2018, 06:00 Uhr

Im Tecklenburger Land schüttet es häufiger als anderswo wie aus Eimern. Das ist jetzt amtlich. Lengerich ist sogar in Nordrhein-Westfalen eine der Hochburg des Starkregens. Seit Einführung der flächendeckenden Wetterradarmessung 2001 hat es hier 25,4 Stunden Starkregen gegeben. Das zeigt eine Auswertung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Aber auch andere Städte und Gemeinden im Altkreis sind überdurchschnittlich oft von sinnflutartigen Regenfällen betroffen. Unter den Top 10 in dieser Unwetterliste finden sich neben Lengerich auch Lienen (26,3 Stunden) und Tecklenburg (25,1). In Westerkappeln (17,5) und Lotte (18,5) herrschte in den vergangenen 17 Jahren zwar weniger oft Land unter, es gibt aber Regionen in NRW, die in dieser Zeit von Starkregenereignissen fast gänzlich verschont geblieben sind.

Nordrhein-Westfalen ist nach den an Postleitzahlen orientierten Daten des DWD zwar seltener von schweren Unwettern betroffen als beispielsweise die Mittelgebirgsregionen oder das Alpenvorland. Zum Vergleich: Im starkregenreichsten Ort Deutschlands – der Gegend um Aschau (PLZ 83229) im Landkreis Rosenheim gab es von 2001 bis 2017 insgesamt 115 Stunden heftige Niederschläge.

Doch auch im Flachland könne es regelmäßig zu extremen Wolkenbrüchen kommen, schreibt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft in einer Pressemitteilung. „Starkregen kann jeden treffen. Insbesondere die schweren Unwetter sind deutschlandweit in etwa gleich wahrscheinlich“, wird in dem Papier auch Andreas Becker, Klimaexperte beim DWD, zitiert.

In Lienen gab es im Juli 2016 ein Unwetter, bei dem unter anderem die Pflasterung eines Verbindugnsweges vom Diekesdamm zur Hauptstraße fortgespült wurde. Es geht aber noch schlimmer. Dann sprechen Meteorologen von Jahrhundertstarkregen. Insgesamt hat der DWD seit 2001 bundesweit 43 Fälle registriert. 2014 traf es beispielsweise Münster, im vergangenen Jahr das Umland von Berlin.

Naturgewalten wie Sturm, Hagel oder Starkregen sorgen Jahr für Jahr in Deutschland für Milliardenschäden an Gebäuden oder Hausrat. Der Versicherungsschutz sei aber noch lückenhaft. „Erst 42 Prozent der Häuser in Nordrhein-Westfalen sind gegen Überflutungen durch Starkregen oder Hochwasser versichert. Das ist angesichts der zunehmenden Extremwetterereignisse eine besorgniserregende Zahl“, meint Oliver Hauner, Experte für Sachversicherungen beim GDV.

Während Zerstörungen durch Hagel und Sturm von einer normalen Wohngebäude- oder Hausratpolice abgedeckt seien, brauche es für Überschwemmungsschäden den erweiterten Naturgefahrenschutz. Diesen gebe es als Zusatzbaustein zur Wohngebäude- oder Hausratversicherung. „Für fast alle Gebäude ist der Abschluss einer solchen Police problemlos möglich“, erklärt Hauner.

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